Jülich - Die Mitglieder des Ural Kosakenchores bewahren die Tradition der alten russischen Chöre

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Die Mitglieder des Ural Kosakenchores bewahren die Tradition der alten russischen Chöre

Von: Hilde-Viehöfer-Emde
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Die „Ural Kosaken“ mit ihren voluminösen Stimmen begeisterten das Publikum in der Schlosskapelle. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. In schlichten schwarzen Uniformen traten die Mitglieder des Ural Kosakenchores in der Schlosskapelle auf. Diese Schlichtheit hielten sie auch in der Präsentation der Lieder bei. Die Musik und die gut ausgebildeten Stimmen der Sänger, die doch den ursprünglichen und natürlichen Charakter hatten, der für diese Musik unabdingbar ist, standen im Vordergrund.

Die große Show, die manch ähnliche Chorformation hinlegt, blieb aus. Wohltuend war die Ernsthaftigkeit und Freude der Musiker, mit der sie gekonnt ihr Anliegen musikalisch zu Gehör brachten: Sie berichten von den Menschen, ihren Gefühlen und aber auch von der Schönheit der Landschaft des Urals, den endlosen Steppen und den vielen Kämpfen für die Heimat

Tiefe Melancholie wechselt mit überschäumender Lebensfreude. Durch politische Wirren wurden viele Menschen in verschiedene Länder versprengt. Dadurch gewinnen die alten Lieder, Tänze und Traditionen besondere Bedeutung und sind Huldigung der Heimat Russland.

Das Programm beinhaltete Werke aus dem Kulturgut der orthodoxen Kirche, Volksweisen und klassische Kompositionen. Große Gefühle fanden ihren Ausdruck, Lebensfreude, Liebe, Trauer, Heimweh, Sehnsucht und Einsamkeit. Die Texte und Melodien waren aber auch Gebet und Andacht, viele der Mutter Gottes, Maria gewidmet.

Der achtköpfige Chor wurde von Vladimir Kozlovskij geleitet, der sich gleichzeitig als ausgezeichneter Solist und Chorsänger erwies. Er führte gekonnt durch das Programm, stellte die Lieder vor und erläuterte die Texte, die meist in russischer Sprache gesungen wurden.

Das Stimmvolumen der Sänger war bewundernswert, die Kunst der Solisten beeindruckend. Trotz der kräftigen, voluminösen Stimmen verlor die Interpretation der Lieder nichts an Feinsinnigkeit und dramaturgisch wichtigen Abstufungen zwischen Piano und Forte. Das verdankte der Chor aber auch deutlich der zurückhaltenden, aber präzisen Leitung des Dirigenten.

Der Abend war auch ein Gedenken an den großen Iwan Rebroff, einst Chormitglied, der durch seine Weltkarriere dieses Liedgut bekannt und beliebt machte.

Viele bekannte Melodien erklangen bei den rund 30 Beiträgen des umfangreichen Programms. Mit „Muttergottes von Potschajew“, „Abendglocken“, „Ich bete an die Macht der Liebe“, „Die Legende von den 12 Räubern“, „Wolgaschleppern“, „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ und „Eine weiße Birke“ seien nur einige genannt. Mit Balalaika und Bajan wurden viele Kompositionen von einem Sänger und dem Chorleiter begleitet, bei einem Instrumental Solo erwiesen sich die Musiker als Virtuosen an ihrem Instrument.

Das Publikum wurde einbezogen und ging begeistert mit. So erklang das Abschiedslied „Guten Abend, gute Nacht“ aus den vielen Kehlen wie ein großer Chor.

Mit einem begeisterten Applaus und Bravo-Rufen wurden die Musiker verabschiedet.

 

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