Jülich - Die Knollen sind so süß wie selten zuvor im August

Die Knollen sind so süß wie selten zuvor im August

Von: gep
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Begegnung mit Mauswiesel: Rüb
Begegnung mit Mauswiesel: Rübenschlag bei Freialdenhoven. Foto: gep

Jülich. Richtig süß sind die Knollen schon. Da es während der Hundstage Sonne satt gegeben hat, haben die Rüben im Akkord reichlich Zucker gebildet.

Mit knapp 16,8 Prozent wurde bei der Proberodung Mitte August ein Zuckergehalt „wie selten zuvor” ermittelt, sagt der Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung der Zuckerfabrik Jülich, Dr. Willi Kremer-Schillings (kurz „KS” genannt).

Lag der Zuckerertrag bei der Proberodung Mitte Juli mit 4,5 Tonnen je Hektar (t/ha) noch leicht unter dem langjährigen Mittel, so übertrifft er mit gut 9,5 t/ha den schon ansehnlichen 5-jährigem Mittelwert um sieben Prozent. Er liege damit nur „eine halbe Tonne” hinter den Top-Werten der Rekordjahre 2009 und 2011 zurück, In diesen beiden Kampagnejahren wurden schließlich 13,2 t/ha bzw. 13,8 t/ha Zucker geerntet.

Der Rübenertrag rangiert mit 57 t/ha „leicht unter dem fünfjährigen Mittel”. Am Ende rechnet KS mit „nicht mehr als 70 Tonnen. „Davon hätte man vor zehn Jahren geträumt”, warnt er vor Unzufriedenheit. 2011 waren es 79 Tonnen gewesen, wobei auf manchem Schlag die 100-Tonnen-Marke geknackt worden war. Aber die Bauern werden nach Zuckerertrag bezahlt. Bei 16 Prozent Zuckergehalt erhalten sie, rechnet KS vor, je Tonne 33 Euro, bei 18 Prozent sind es schon gut 38 Euro. Mit Zuschlägen und Prämien wie der Schnitzelvergütung etwa bringt die Tonne dem Erzeuger mehr als 40 Euro ein.

Schlank und blond

Derzeit ist das Blattwerk dank der niederschlagsreichen Vormonate „noch sehr üppig”. Dieses begünstigt die Zuckerbildung, denn die Blätter sind als „Assimilationsfläche” wichtig. Während der Fotosynthese wird mit Hilfe des Chlorophylls, dem Farbpigment, das das Blattgrün erzeugt, und der energiereichen Sonnenstrahlung aus Kohlendioxid und Wasser Zucker erzeugt, der im Rübenkörper gespeichert wird. Schließlich sollte aber die Rübe das Blattwachstum zurückfahren, damit alle Energie für die Zuckerbildung zur Verfügung steht. Dann „geht es in die Qualität”.

KS zitiert einen von ihm geschätzten Altmeister des Knollenanbaus: „Im Herbst soll die Rübe wie ein junges Mädchen sein - schlank und blond.” Auch „Regen jetzt ist nicht verkehrt”, meint der Abteilungsleiter, denn die Rübe mag kühle Nächte.

Die Kampagne startet in diesem Jahr am 12. September startet, bis in den Januar hinein rollen dann die Traktorgespanne nach Jülich.

Auch abgesichts der anziehenden Notierungen für Agrarrohstoffe sieht Kremer-Schillings die heimische Zuckerrübe gut positioniert. Gegenüber dem Konkurrenten Nr. eins, dem Biosprit-Lieferanten Raps, hat er für die „Königin der Feldfrüchte” einen derzeitigen Preisvorteil von rund 300 Euro errechnet.
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