Die Jülicher Grünen feiern „Silberhochzeit”

Von: ptj
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Doppeljubiläum auf dem Hof in Broich: Unser Bild zeigt (von links) Jubilarin Anneliese Jumpertz und Eva-Maria Kolonko-Hinssen als Sprecherin der Jülicher Grünen. Foto: Jagodzinska

Broich. „Vor 25 Jahren haben wir das Tor zum Stadtrat aufgemacht und viele Anträge eingebracht”, resümierte Eva-Maria Kolonko-Hinssen, Sprecherin des Ortsverbands „Die Grünen” in Jülich, der nun auf dem Biohof Jumpertz in Broich sein 25-jähriges Bestehen gefeiert hat.

Der Ort war nicht zufällig ausgewählt: Biohändlerin Anneliese Jumpertz beging gleichzeitig ihr 20-jähriges Jubiläum: „Hätte es die Grünen damals nicht gegeben, wären wir nie soweit gekommen”.

Bedeutet: Etwa zwei Prozent der Bevölkerung kaufte vor 20 Jahren Bio-Produkte, heute ist der Anteil auf 20 Prozent angewachsen. Zwei von 23 Gründungsmitgliedern waren zugegen, außerdem die helfende Hand „Cato” Karl-Heinz Hilfert, heute Grünen-Fraktionsvorsitzender im Linnicher Stadtrat. Seine Plakate innerhalb der breit gefächerten Ausstellung dokumentierten die „Veränderung der alternativen Plakatkunst”.

Die Gründungsversammlung der Jülicher Grünen fand am 8. November 1984 in der Gaststätte „Zum Hexenturm” statt, vier Tage später versammelte sich am selben Ort die erste komplette Fraktion, und der „grüne Wind wehte”. Von 1984 bis 89 herrschte eine rot-grüne Mehrheit im Rat und eine Listenverbindung mit der SPD-Fraktion. In diese Zeit fällt laut Anke Talarek einer der größten Erfolge, die Renaturierung der Rur gegen die Absicht einer „Denaturierung mit gemauertem Flussufer”.

An Müllverbrennung gescheitert

Am Thema Müllverbrennung scheiterte schließlich die Zusammenarbeit mit der SPD, danach kämpften die Grünen in der Opposition. Stets zahlten grüne Ratsmitglieder den größten Teil ihrer Aufwandsentschädigungen zur Verwendung von Spenden für soziale und ökologische Zwecke in die Ortsverbandskasse ein. Die Jülicher Ökopartei, die 2009 die Anzahl ihrer Ratssitze von zwei auf vier steigern konnte, ist oder war in 18 sozialen Gremien vertreten.

Aus einem Ratsantrag der Grünen resultiert der Kulturbahnhof als soziokulturelles Zentrum. Grüne Politik habe die Einführung des Ökoschulprogramms auf den Weg gebracht, den Bürgerentscheid zum Beitritt Jülichs zum Klimabündnis, den Solarbeschluss für Bebauungspläne und die Verpflichtung zum Verzicht auf Tropenholz bei öffentlichen Bauvorhaben, der allerdings „leider nicht immer verwirklicht wurde”.

Grüne setzten sich für kommunale Förderung der Gas-Brennwerttechnik ein und hätten für einen parkplatzfreien Marktplatz gesorgt. Ferner lieferte die Partei den Anstoß zur Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments und eines Umweltbeirats und sorgte für Rederecht der Bürger in den Ausschüssen, hieß es in Broich.

Zahlreiche ehrgeizig Ziele stehen noch auf der „To-Do-Liste”: Die Grünen wollen die Ziele der lokalen Agenda21 umsetzen, den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen, regenerative Energien und das ökologische Bauen im öffentlichen Bereich fördern und ein eigenes Amt für Kinder, Jugend und Familie in Jülich schaffen und setzen sich nicht zuletzt für mehr Bürgerbeteiligung ein.

Sängerin und Gitarristin Virgina Lisken sorgte beim Doppeljubiläum mit ihrer samtenen Stimme und einem Repertoire, das sie bereits in der Gründerzeit für die Grünen zu Gehör gebracht hatte, für den guten Ton.

Spitzenkoch Rainer Hensen hatte ferner ein köstliches vegetarisches Büffet zubereitet.
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