Radarfallen Blitzen Freisteller

Die erste Kohle kommt: Personal fürs Indeland

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
4447527.jpg
Die Kohle kommt: Was aber passiert, wenn das nicht mehr so ist? Das Rheinische Revier will sich frühzeitig aufstellen, bevor der Strukturwandel vor der Tür steht.
4447528.jpg
NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (5.v.l.) überreicht den Förderbescheid über 376 000 Euro an das „versammelte Indeland“. Damit erhält die Entwicklungsgesellschaft erstmals selbst einen staatlichen Zuschuss.

Jülich. Jens Bröker bleibt nicht länger allein. Der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland freut sich, künftig durch „manpower“ und „womanpower“ unterstützt zu werden. Bei einem der wohl freudigsten Ereignisse seit seinem Dienstantritt gab es gestern einen netten Geldregen, der dazu dienen soll, der Entwicklungsgesellschaft Indeland auf die Füße zu helfen.

Für die Zeit ab dem 1. Januar 2013 bis Herbst 2015 gibt es einen Projektförderbescheid über 376 000 Euro aus Düsseldorf, den NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) gestern persönlich in Jülich überreichte.

Dieses Geld soll, so Bröker, dafür verwendet werden, Personal einzustellen, das „den Fahrplan ausarbeitet, den Indeland gehen soll“. Erstellt wird eine „Strukturskizze“, die zukunftsfähige Wirtschaftsfelder innerhalb der acht Indeland-Kommunen empfiehlt.

Der kluge Mensch baut vor. Das ist die Grundidee hinter der Entwicklungsgesellschaft Indeland und auch der Innovationsregion Rheinisches Revier als großem Ganzen. Das Bild ist doppeldeutig, aber nicht falsch: Die Region soll nicht in ein großes „Loch“ fallen, wenn die letzte Tonne Braunkohle gefördert worden ist.

Das gefällt auch Minister Duin: „Mein Anspruch ist es, vorausschauende Wirtschaftspolitik zu machen und nicht erst zu agieren, wenn etwas passiert ist.“ Das sagte er gestern vor den versammelten Indeland-Verantwortlichen im Technologiezentrum Jülich.

Indeland und die Innovationsregion führe er bei Terminen an Rhein und Ruhr gern als positives Beispiel für rechtzeitiges Bemühen und „gelebte interkommunale Zusammenarbeit“ an, so Duin. Welch ein Glück, dass er nicht für Schulfragen zuständig ist, denn hier müssen die Städte und Gemeinden des Dürener Nordkreises interkommunal bekanntlich noch zusammenfinden.

Der Anlass gestern in Jülich war für die Beteiligten ein freudiger. Landrat Wolfgang Spelthahn brachte das als Indeland-Aufsichtsratschef zum Ausdruck: „Das ist heute für uns ein Stück weit die Krönung einer Entwicklung, denn erstmals erhält die Indeland-Gesellschaft eine direkte Förderung.“

Und: „Wir fühlen uns vom Land positiv begleitet. Wir dürfen uns nicht in parteipolitischen Barrieren verfangen, denn das ist ein Gemeinschaftsprojekt.“ Spelthahn nannte die Förderung auch einen „Vertrauensvorschuss des Landes“, mit dem zusätzliches Personal gewonnen werden soll, das die Zukunftsplanung vorantreibt.

Auch der Vorsitzende der Indeland-Gesellschafterversammlung, Indens Bürgermeister Ulrich Schuster, würdigte das NRW-Engagement.

Konkreter umreißt das Wirtschaftsministerium die vier förderwürdigen Teilaspekte, um die es geht: Ausbau und Verdichtung von Netzwerken von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Branchen mit guten Zukunftsperspektiven; die Identifizierung geeigneter Flächen für interkommunale, überregional bedeutsame und spezialisierte Gewerbe-/Industriegebiete; die Planung städtebaulicher und energetischer Sanierung von Problemsiedlungen; Entwicklung der Bereiche Freizeit und Tourismus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert