Die Ellener Westturmspitze muss saniert werden

Von: Jörg Abels
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Josef Krischer und Johannes Ko
Josef Krischer und Johannes Kohnen (r.) vom Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Thomas von Canterbury wollen den Kirchturm so schnell wie möglich sanieren. Foto: Abels

Ellen. Dem flüchtigen Betrachter wird es vielleicht noch gar nicht aufgefallen sein. Auf dem sogenannten Westturm der Ellener Pfarrkirche fehlen Wetterhahn und Kreuz, die sogenannte „Turmbekrönung”.

Sie musste nach einem schweren Sturm im vergangenen Herbst abgenommen werden, drohte hinabzustürzen. Noch gravierender für den Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Thomas von Canterbury aber waren die Entdeckungen, die dabei gemacht wurden. Im Laufe der Jahre ist Wasser in die Turmspitze oberhalb des Glockenstuhls eingedrungen, berichtet Johannes Kohnen. Mehrere der schweren Holzbalken sind durchgefault und müssen mittelfristig ebenso erneuert werden wie immer noch vorhandene Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg, die im Zuge des Wiederaufbaus nur provisorisch behoben wurden

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen rechnet der Kirchenvorstand mit einem Sanierungsbedarf von bis zu 500.000 Euro. Allein das für die Dacharbeiten an dem 56 Meter hohen Turm, der 1887 an der spät-gotischen Kirche angebaut wurde, benötigte Gerüst schlägt mit einem sechsstelligen Betrag zu Buche. „Und wer weiß, was noch ans Tageslicht kommt, wenn die Handwerker erst einmal mit ihrer Arbeit begonnen haben”, schwant Kohnen wenig Gutes.

Geld, das die kleine Pfarrgemeinde alleine nicht aufbringen kann. Der Kirchenvorstand hat bereits Kontakt mit dem Bistum Aachen aufgenommen, das mit Blick auf derzeit noch dringendere Sanierungsarbeiten in anderen Orten aber zurückhaltend reagiert hat. Aber selbst wenn das Bistum - wie in derartigen Sanierungsfällen üblich - 60 Prozent der Kosten übernehmen sollte, müsste die Pfarrgemeinde immer noch rund 200.000 Euro stemmen. Jetzt soll ein Kirchenbauverein gegründet werden, um Spenden für das Vorhaben zu akquirieren. Denn auch wenn akut offenbar keine Einsturzgefahr besteht, will der Kirchenvorstand die Sanierung nicht auf die lange Bank schieben. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, den Turm wieder so herzustellen, wie ihn unsere Großväter 1887 erbaut haben”, betont Josef Krischer und verweist auf die Bedeutung der einstigen Prämonstratenser-Klosterkirche auch als regionaler Pilgerort. Schon im achten Jahrhundert soll in Ellen eine erste Kirche gestanden haben, seit 1173 wird in der Pfarre der Heilige Thomas von Canterbury verehrt.

In den nächsten Tagen wollen Experten die schadhafte Kirchturmspitze noch einmal genau unter die Lupe nehmen und feststellen, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Dann will der Kirchenvorstand auch noch einmal das Gespräch mit dem Bistum suchen und das weitere Vorgehen abstimmen.
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