Die „Ära Röhmer” geht zu Ende

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
aldi röhmer_bu
Für das Aufräumen seines noch vollen Schreibtisches hat Rektor Frank Röhmer nicht mehr viel Zeit. Foto: Greven

Aldenhoven. Vor etwa 40 Jahren hat es ihn an die Hauptschule in Aldenhoven verschlagen, obwohl er eigentlich gar nicht Lehrer werden wollte. Aber das Ingenieurstudium im Fach Kernreaktorbau mit Praktikum am FZ Jülich war plötzlich nicht mehr in.

Dank seiner Neigung zur Chemie wechselte der gebürtiger Flensburger Frank Röhmer doch noch in die Pädagogik. Er kam bereits 1970 als Praktikant „in die Lehre bei Heinz Bielefeld” nach Aldenhoven. Nach Abschluss des pädagogischen Studiums erhielt er dort eine Anstellung als Fachlehrer für Chemie, Physik und Mathematik.

„Nachher war der Lehrerberuf meine Profession, nie nur ein Job.” Er hat es verstanden, in seinem Lieblingsfach Chemie auch seine Schüler zu begeistern, mit vielen Experimenten, versteht sich. Später hat er seinen Schwerpunkt auf die Sicherheitserziehung und Gefährdungsanalyse gelegt, was er dann auch anderen Schulen in überregionalen Fortbildungen vermittelte. 1992 wurde er zum Konrektor berufen und 1998 zum Schulleiter seiner Schule.

Im Laufe dieser Jahre fanden schon einige Strukturveränderungen statt. So gab es im Rahmen des erweiterten Bildungsangebots EBA bereits ein Nachmittagsangebot, vorwiegend aus dem Hobby- und Freizeitbereich, z.B. Sport, Mofa, Computer und Modelleisenbahnbau. Er verstand es, seine Schüler hierfür zu begeistern, und fand auch in seinem Kollegium immer Frauen und Männer, die dabei mitzogen. Über 60 Prozent seiner Schüler nahmen an diesem EBA teil.

Dieses Rieseninteresse führte dazu, dass die Gemeinde der Hauptschule einen Sonderetat einräumte. Das EBA in der eigentlichen Form existiert nicht mehr. Die Arbeitsgemeinschaften bestehen aber weiterhin. Sie waren fester Bestandteil der anfänglichen Nachmittagsbetreuung der Schule.

Von diesem Ausgangspunkt aus war der Weg zur Ganztagshauptschule nicht mehr weit. Frank Röhmer trug entscheidend dazu bei, dass der Gemeinde Aldenhoven bereits 2007 eine der ersten zwölf gebundenen Ganztagshauptschulen auf Regierungsbezirksebene zuerkannt wurde. Als erste HS führte sie die Ganztagesform in den 5. und 10. Klassen ein und kurze Zeit später auch für die übrigen Jahrgänge.

Schüler, Eltern und auch das Lehrerkollegium akzeptierten diese Reform. Die Schule selbst profitierte hiervon; denn während überall die Schülerzahlen in den Hauptschulen abnahmen, blieben sie in Aldenhoven stabil. Das Ganztagesangebot sicherte der Schule die Zweizügigkeit.

In der Folge wurden einige der AGs zu Schülerfirmen umfunktioniert, zum Beispiel der Modellbau. Inzwischen ist dieser ein Selbstläufer. Die von Schülern geleitete Firma gestaltet Schaufenster und nimmt deutschlandweit an Ausstellungen und Messen teil, von wo sie mit gefülltem Auftragsbuch von namhaften Firmen zurückkommt. Dies trägt unter anderem zum Image der Schule bei.

Oder das Schulkino, welches wegen der vorhandenen räumlichen und technischen Voraussetzungen sich für die Schule schnell zu einem Anziehungspunkt für Schulen aus der Umgebung entwickelte. Nicht zu vergessen das Schulmuseum, bei dem ebenfalls die Schüler tätig sind.

Die aktive und großenteils selbständige Beteiligung der Schüler an diesen Angeboten führt nach Auffassung von Frank Röhmer zu besseren beruflichen Chancen. Dazu trägt auch der allwöchentliche Werkstatttag für die Zehntklässler bei, an dem diese ein Praktikum bei verschiedenen Firmen absolvieren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert