Der Zug steht auf dem Gleis Richtung Oberhaus

Von: Otto Jonel
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Sind fest entschlossen: Manager Arnold Beginn und TTC-Trainer Johannes Dimmig wollen die Chance auf die Rückkehr in die höchste deutsche Klasse nutzen. Foto: Krol

Jülich. Kurz vor dem Jahreswechsel ist in der spielfreien Zeit eine wichtige sportliche Entscheidung gefallen. Tischtennis-Zweitligist TTC Indeland Jülich hat sowohl die Lizenz für die 2. Liga als auch zur Teilnahme an der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL), dem Oberhaus des deutschen Tischtennissports, beantragt.

Was Manager Arnold Beginn schon angedeutet hatte, wird nun in die Tat umgesetzt. Wir sind Herbstmeister und Tabellenführer.” Mehr braucht es nicht zur Legitimation dieses weitreichenden Entschlusses.

Nicht nur Adel verpflichtet. Der sportliche Status ebenfalls, auch wenn der für den erfahrenen und altgedienten Tischtennisfunktionär Beginn nicht ohne Überraschungsmoment ist. „Mit unserer Herbstmeisterschaft hat keiner gerechnet - auch ich nicht”, gibt er zu. Auch wenn der Keks noch nicht gegessen ist - „In der Tabelle liegt alles noch dicht beieinander” -, stellt sich der Jülicher Bundesligaveteran der Verantwortung und der Herausforderung. Immerhin muss er mit dem Antrag auf Teilnahme an der DTTL den Nachweis der wirtschaftlichen Potenz erbringen.

„Mit den Sponsoren habe ich gesprochen, die stehen dahinter”, lüftet er ein wenig den Deckel des Topfes, aus dem Erstklassigkeit gefüttert werden muss. Es wird nicht Kaviar sein. Bei aller finanziellen Anstrengung aus dem Jülicher Umfeld wird der TTC Indeland im Kreis der Erstligisten eher ein armer Vetter sein, was nicht zu verhehlen ist. „Selbst wenn wir ein paar 10.000 Euro mehr zur Verfügung hätten, weiß ich nicht, ob die DTTL zu halten sein wird.”

Damit ist der Bogen geschlagen zwischen finanzieller Ausstattung und dem sportlichen Personal. Bei aller Freude und allem Lob, die das junge Jülicher Indeland-Team macht und erhält - das Gesicht eines Erstligisten TTC Indeland wird anders aussehen. „Wir werden den ein oder anderen neuen Spieler holen müssen.” Arnold Beginn bremst sofort alle hochfliegenden Träumereien: „Die Zeiten, in denen reihenweise Weltstars verpflichtet wurden, die wird´s beim TTC nicht mehr geben.” Man wird es bescheidener angehen lassen. „Wir wollen versuchen, unsere jungen Spieler so weiterzuentwickeln, dass sie in der DTTL spielen können.” Dass das nicht für alle im derzeitigen Kader gelten kann, dürfte auf der Hand liegen. Aber das bemerkenswerte Jülicher Experiment, mit jungen Talenten an die Tische zu gehen, ist damit nicht gescheitert.

Im Gegenteil, in Beginns Oberhaus-Vision spielen die Jülicher Youngster eine tragende Rolle. Und auf einem weiten Markt müsste die notwenige Teamverstärkung zu finden sein. Dabei blickt Beginn nicht, wie in früheren Zeiten, automatisch in den fernen Osten. Er rechnet vielmehr „mit Bewerbungen aus ganz Europa, wenn sich rundspricht, dass wir für die Deutsche Tischtennis Liga gemeldet sind”.

Trainer bleibt so langer er will

An einer Personalie will Arnold Beginn keinesfalls rütteln: Johannes Dimmig. Der Trainer, der die junge erfolgreiche Zweitliga-Mannschaft geformt hat, soll auch Trainer der eventuellen Erstligatruppe sein. „Der Johannes kann bleiben, so lange er will”, lautet der Beginnsche Freibrief,

Der TTC-Zug steht also wieder auf dem Gleis Richtung Erstklassigkeit. Die Fahrkarten nach Düsseldorf, Ochsenhausen oder Grenzau müssen vorab sportlich gelöst werden. Nach dem Reglement steigt nur der Erste aus der 2. Liga auf, eventuell noch der Zweite über die Relegation. Der Verzicht anderer Mannschaften - „außer uns, glaube ich, wird sich aus der 2. Liga Nord keiner für die DTTL melden” - wäre also kein Sprungbrett.
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