Der Vorsteher des Finanzamtes wechselt

Von: hfs.
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Als Oberfinanzpräsident verabschiedete Ulrich Müting (l.) den Jülicher Finanzamtschef Jürgen Mersmann, überreichte anschließend an Michael Bungartz (r.) die Ernennungsurkunde als neuen Vorsteher. Foto: hfs.

Jülich. Das Finanzamt Jülich hat einen neuen Leiter. Ab sofort steht Michael Bungartz der Finanzbehörde vor. Er ist Nachfolger von Jürgen Mersmann, der seit Mai 2008 in Jülich das Sagen hatte und nunmehr Vorsteher des Finanzamtes Bonn-Außenstadt ist.

„Die Zeit mit Ihnen ist ohne Zweifel als positiv zu bewerten. Alle Personalangelegenheiten sind ohne jegliche Nachteile über die Bühne gegangen, Sie haben Wort gehalten. Danke, dass man mit Ihnen so ganz normal sprechen und diskutieren konnte.” Als Vorsitzender des Personalrates verabschiedete Guido Beckers seinen Chef, der, legt man die Worte zu seinem Abschied zu Grunde, ein beliebter Mann bei den rund 100 Bediensteten der Finanzbehörde auf der Wilhelmstraße war.

So ist es denn auch sicherlich zu erklären, dass fast alle zu seinem Abschied in die Blumenhalle des Brückenkopf-Parks gekommen waren, um Regierungsdirektor Jürgen Mersmann zu verabschieden. Aber auch gleichzeitig seinen Nachfolger Michael Bungartz willkommen zu heißen. „Wir lassen Sie schweren Herzens ziehen”, machte Beckers aus den Gefühlen der Belegschaft kein Geheimnis.

Der Chef, so hieß es, „der auch einmal eine Fünf gerade lassen sein konnte, der immer ein offenen Ohr für die Belange der Mitarbeiter hatte”, sei es gewesen, der dem Jülicher Finanzamt einen gewissen Bestandsschutz gegeben hat. Als sozusagen schon sicher war, dass Düren als Standort eines Zentralfinanzamtes gehandelt wurde, die Entscheidung, so Beckers, „bereits feststand”, war es Mersmann, der sich für Jülich stark machte. So setzte auch bei der Oberfinanzdirektion Köln ein Umdenken ein, was zur Folge hatte, dass die Jülicher Finanzbeamten sich um die land-und forstwirtschaftlichen „Fälle” kümmern durften. „Somit blieben uns zwölf Prozent des Steueraufkommens erhalten”, meinte Mersmann, der sich für die herzlichen Worte zu seinem Abschied bei allen bedankte. „Ich habe Sie in den zwei Jahren sehr schätzen gelernt, aber ich hoffe auf ihr Verständnis”, meinte er, sprach die Hoffnung aus, dass der von ihm in die Wege geleitete Prozess zum Anbringen eines Sonnenschutzes „noch vor dem Winter erledigt ist.”

Mit Michael Bungartz übernimmt ein Vorsteher das Finanzamt, dem Jülich nicht unbekannt ist. Als Referendar arbeitete er 1986 im Rechtsamt der Stadtverwaltung, nun übernimmt er erstmals als Leiter eine Finanzbehörde. Deren Qualitäten, Merkmale und Besonderheiten er sicherlich kennt, war es doch seine Ehfrau Susanne, die von 2001 bis zum Jahre 2005 selbst Leiterin der Jülicher Finanzbehörde war.

Ernennungsurkunde

Die Ernennungsurkunde erhielt der 52-jährige Regierungsdirektor aus der Hand von Oberfinanzpräsident Ulrich Müting. „Ihnen sind alle Facetten des Finanzwesens bekannt. Persönlich weiß ich, dass sie kein Mann von einsamen Entscheidungen sind. Sie treten zwar in große Fußstapfen, aber ich bin sicher, dass sie in diese hineinpassen”, wünschte Müting dem neuen Jülicher Vorsteher ein glückliches Händchen. Und an seinen Vorgänger gewandt, sprach der Oberfinanzpräsident von jemandem, der den Standort Jülich, nicht zuletzt auf Grund seiner dezidierten Meinung, gestärkt habe. Dass er Fachkenntnis, ein offenes Ohr für jeden habe und sich auch die Meinung des Gegenübers zu eigen mache, das seien die großen Stärken. „Sie gehen richtiger Weise den konsequenten Weg einer Führungspersönlichkeit.”

Jülicher Finanzamt „kassiert” 220 Millionen Euro

Der ständige Vertreter des Jülicher Vorstands, Helge Gerber, hatte die Gäste im Glashaus begrüßt. Dazu gehörte der Steuerberater-Verband Köln, die örtlichen Steuerberater, Vertreter der Bauernschaft, der Nachbar-Finanzämter sowie der Politik. Für die hatte die stellvertretende Jülicher Bürgermeisterin Margarete Esser-Faber den neuen Leiter in der Stadt willkommen geheißen und sich bei Jürgen Mersmann für die „kollegiale und äußerst fruchtbare Zusammenarbeit” bedankt.

Das Jülicher Finanzamt gehört als eines von 72 Finanzämtern zur Oberfinanzdirektion Rheinland, die als Mittelbehörde die Arbeit überwacht. Der rheinische Bezirk umfasst die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. Die dortigen Finanzämter sind für rund 9,6 Millionen Menschen und etwa eine Million Unternehmen zuständig.

2009 nahmen diese Finanzbehörden Steuern in Höhe von 74,7 Milliarden Euro ein. Dazu steuerten die Jülicher Beamten einen Beitrag von 220 Millionen Euro bei.

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