Inden - Der „Untergang von Sportvereinen” droht

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Der „Untergang von Sportvereinen” droht

Von: Antonius Wolters
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Ein „Sorgenkind”, das in dem
Ein „Sorgenkind”, das in dem Schreiben genannt wird, ist der marode Tennenplatz des SV Rot-Weiß Lamersdorf. Foto: Wolters

Inden. Der Haushaltsplan 2012 war noch gar nicht verabschiedet, da kündigte sich im Indener Gemeinderat bereits Ärger an. Bürgermeister Ulrich Schuster berichtete eingangs der Sitzung, dass der Vorstand des SV Rot-Weiß Lamersdorf ein mehrseitiges Schreiben geschickt habe und darum bitte, dass dieses im Rat verlesen werde.

Schuster lehnte den Wunsch zwar mit Verweis auf die Geschäftsordnung des Rates ab, doch das Schreiben, das auch der Redaktion vorliegt, dürfte in der Gemeinde noch einigen Staub aufwirbeln. Anlass für den Vorstoß der Rot-Weißen ist die Koalitionsvereinbarung zum Haushalt 2012, die dem Vernehmen nach das Bündnis von SPD- und CDU-Fraktion vor eine Zerreißprobe gestellt hat.

Brisantes Koalitionspapier

Alam schlagen die Lamersdorfer, weil sie befürchten, dass das von beiden Fraktionen propagierte Sportplatzkonzept „zum Untergang von Sportvereinen führt”. Festgehalten ist in dem brisanten Koalitionspapier, dass mittel- bis langfristig die fußballerischen Aktivitäten aller Vereine der Gemeinde Inden hin zum Sportpark Merödgen mit einer Außenstelle in Schophoven (Kunstrasenplatz) konzentriert werden sollen.

Der SV Rot-Weiß sieht darin eine einseitige, politisch motivierte Bevorzugung des FC Inden/Altdorf auf Kosten aller anderen Vereine der Gemeinde. Nach Auffassung des SV-Vorstandes „hat die Aufgabe von Sportanlagen in anderen Ortsteilen auch den Untergang der dortigen Sportverine zur Folge”. Das Argument, wonach die Mitnutzung der Sportanlagen in Inden/Altdorf und Schophoven durch mehrere Vereine möglich sei, zeuge von Ignoranz der tatsächlichen Verhältnisse oder einer Verkennung der Realität, was die Koordinierung des Trainings- und Spielbetriebs betreffe. In Lamersdorf sind neben zwei Senioren- und einer Altherren-Mannschaft noch drei Juniorenteams am Ball.

Die beiden Plätze, auf denen gespielt wird, sind allerdings sanierungsbedürftig. Laut Gutachten ist die Grasnarbe des Rasenplatzes stark abgenutzt und bedarf Regenerationsmaßnahmen, während der Schichtaufbau des Aschenplatzes nicht mehr die Mindestvoraussetzungen erfüllt und keine Wasserdurchlässigkeit gewährleistet, da die Deckschicht verschlammt ist. Ursprünglich sollte der Aschenplatz für 90.000 Euro saniert werden, doch im Haushaltsplan ist nun die Aufarbeitung des Rasenplatzes veranschlagt. Der Aschenplatz werde seitens der Politik also quasi schon aufgegeben, befürchtet der Sportverein, dass hinter dieser Entscheidung Methode steckt.

„Es wirkt nicht gerade motivierend, wenn Engagement so mit Füßen getreten wird, die politisch verantwortlichen unverhohlen Sportanlagen nieder machen und Verantwortliche in den Vereinen so zum Narren gehalten werden”, empört sich der Vereinsvorstand, zumal die Zusammenarbeit mit den Betroffenen stark zu wünschen übrig gelassen habe. Das zeuge seitens Rat und Gemeinde „von Interessenlosigkeit oder politischer Kaltblütigkeit”.

Erschwerend kommt für die Lamersdorfer Fußballer hinzu, dass ihr Sportheim abgebrannt ist, das mit erheblicher Eigenbeteiligung der Vereinsangehörigen zur übergangsweisen Nutzung hergerichtet worden ist. Durch die fehlende Dämmung des Daches müsse mit einem erhöhten Energieverbrauch gerechnet werden.

Da stößt es dem SV Rot-Weiß sauer auf, dass die Gemeinde ihre Vereine an den Verbräuchen beteiligt. „Marode Anlagen und zusätzliche finanzielle Belastungen der Vereine werden ihre Wirkung nicht verfehlen”, unkt der Vereinsvorstand, der dennoch die Hoffnung durchschimmern lässt, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu erzielen.
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