Inden - Der Tagebau Inden hat jetzt eine gute Prognose

Der Tagebau Inden hat jetzt eine gute Prognose

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
bandsammelbu5sp
Der neue Bandsammelpunkt in Inden: In das Herzstück des Tagebaus investierte RWE Power 100 Millionen Euro und sichert nach eigenen Angaben so die Arbeitsplätze. Foto: Uerlings

Inden. Die Operation war nicht ungefährlich, da am offenen Hirn und offenen Herzen zugleich. Der Patient hat es gepackt. Im Tagebau Inden tickt schon seit einem Jahr ein neues Oberstübchen: Die Betriebsüberwachung steuert so ziemlich alles mittels neuester Technik. <br />

Jetzt ist auch der Kreislauf stabil: Der Bandsammelpunkt in der großen Kohlegrube wanderte rund drei Kilometer nach Osten. An diesem Herzstück des Betriebs kommen alle Transportbänder an. Die 850 Mitarbeiter des Tagebaus sowie etliche Fremdfirmen haben diesen Kraftakt in eineinhalb Jahren gemeistert. RWE Power investierte 100 Millionen Euro. Nun ist die Prognose für den Patienten bestens: Gut 25 Jahre wird er es noch machen.

„Bis zu 500 Mitarbeiter haben in Höhen von neun Metern gearbeitet. Wir sind froh und stolz, dass es keinen Arbeitsunfall gegeben hat”, sagt Tagebaudirektor Arthur Oster und erwähnt die andere wichtige Botschaft beinahe beiläufig: „Die Verlegung des Bandsammelpunktes sichert den Zugang zu 500 Millionen Tonnen Braunkohle für 25 Jahre.” Und somit auch die Arbeitsplätze in und um die braun-„goldene” Grube (850 Beschäftigte plus 180 Auszubildende) sowie im Kraftwerk (rund 500). Kein Zweifel: RWE Power ist auch eine Job-Maschine.

Möglich war das technisch schwierige Unterfangen überhaupt erst nach der Verlegung der Inde, die sonst das Abbaugebiet mittig durchkreuzt hätte. Der Fluss macht jetzt die Biege. Viele Menschen hatten zuvor höchst unfreiwillig Reißaus genommen: Der Bandsammelpunkt befindet sich genau dort, wo einmal im Zentralort der Gemeinde (Inden) das Leben pulsierte. Und im Abbaufeld der Zukunft ist Pier schon heute verlassen.

Die Bleibenden in Lamersdorf, Inden/Altdorf, Lucherberg und Schophoven haben bemerkt, dass ihnen der Tagebau samt Sammelpunkt näher gekommen sind. So klagten Anwohner über ungewohnte Lärmbelästigungen. Der Bergbautreibende gab Messungen in Auftrag. Laut Arthur Oster sei herausgekommen, „dass wir uns im rechtlich richtigen Rahmen bewegen”.

Die andere Erkenntnis ist eher kurios: Da die alten Warnhupen, die jeden Bandstart ankündigen, nicht mehr zu kriegen waren, wurden neue angeschafft. Die sind vielleicht nicht lauter, aber anders. Oster ordnete an, dass die Hälfte der 200 Signalgeber abgeschaltet werden, bis ein neuer „Sound” gefunden ist.

Großes Engagement haben die Verantwortlichen in die Vermeidung von Staub gelegt. Alle Bänder werden - anders als früher - von fast allen Seiten befeuchtet. Große Beregner und mehr befestigte Flächen, die von einer Großkehrmaschine mit Hochdruck permanent gereinigt werden, sowie Hanganpflanzungen sollen Emmissionen senken.

Von den vielen befestigten Flächen profitierte ein Unternehmen aus Jülich: Wurzel-Bau hatte den Auftrag an Land gezogen, während mit Siemens (Niederlassung Köln) und Strabag weitere regionale Anbieter zum Zuge kamen.

Den Löwenanteil der Kosten verschlangen die Stahlarbeiten an Bandanlagen und Sammelpunkt (60 Millionen Euro). Fundamente und Flächenbefestigung (12 Millionen), Stromversorgung (18 Millionen), neue Betriebsüberwachung samt Kommunikationsinfrastruktur (10 Millionen) kamen oben drauf.

Alles geschah bei laufendem Betrieb. Arthus Oster: „Die Kohle muss kommen. Wir haben täglich mit 75.000 Tonnen das Kraftwerk beliefert.” Während laut Tagebauchef die 100 Millionen Euro „geordnet ausgegeben wurden”, brachte RWE Power ruhende Großgeräte technisch auf den neuesten Stand. Für „lächerliche” 30 Millionen Euro...
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert