Jülich - Der Mühlenteich in Jülich erhält ein stählernes Korsett

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Der Mühlenteich in Jülich erhält ein stählernes Korsett

Von: gep
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Die noch eingeschalte neue Brücke über den Mühlentech. Bauherr ist die Zuckerfabrik. Foto: gep
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Die Spundwände werden eingerammt, um die Ufer zu befestigen.

Jülich. Mit einem Kettenbagger rammen Federico Kempen aus Jülich und Christoph Schächer aus Hückelhoven die Spundwände in den schlammigen Boden. Sechs Meter lang und einen halben Meter breit sind sie. Mit diesem stählernen Korsett werden streckenweise die Ufer des Krauthausen-Jülicher Mühlenteichs befestigt.

Aber auch die Biber werden sich daran die Zähne ausbeißen, zudem kann Wurzelwerk nicht mehr in das Fließgewässer vordringen, erläutert Maria Landvogt vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Der WVER setzt hinter der Zuckerfabik gerade die Dämme instand, die durch Wühltiere wie Nutria und Biber oder Bewuchs beschädigt und teilweise nicht mehr standsicher sind.

Hochwasserschutz

Um den Hochwasserschutz zu verbessern, werden insgesamt 8200 Kubikmeter Erdreich benötigt. Zum Teil müssen Dämme komplett neu aufgebaut werden.

Neben dem Einbau von 1400 Quadratmetern Spundwand werden auch „Bibermatten“ in den Dammkörper eingearbeitet – insgesamt 990 Meter Wellengitter aus verzinktem Stahl mit einer Maschenweite von vier mal vier Zentimetern. Zum Abschluss werden 8000 Quadratmeter mit einer geeigneten Grasmischung eingesät und 500 Quadratmeter Rasenschotter für die Anlage des späterten Unterhaltungswegs verbaut, listet WVER-Sprecher Marcus Seiler auf.

Gearbeitet wurde und wird in drei Abschnitten. Im ersten Bereich, nördlich von Gut Lorsbeck, wird an der Ostseite des Mühlenteichs ein neuer Damm auf einer angrenzenden Ackerfläche aufgeschüttet. Der alte, nicht mehr standsichere Abschnitt bleibt wegen des schützenswerten Gehölzbewuchses bestehen. Im weiteren Verlauf werden bis zur Kreuzung des Mühlenteichs mit der Trasse der Rurtalbahn und bis zum Kreuzungsbauwerk mit dem Iktebach die besagten Spundwände eingebracht.

Im letzten Abschnitt werden die Dämme zwischen dem Kreuzungsbauwerk und der L 253 am nordwestlichen Ufer abgetragen und neu errichtet. Am südöstlichen Ufer wird hinter dem bestehenden Damm ein neuer aufgeschüttet. Damit bleibt auch hier der alte Gehölzbewuchs erhalten, so Seiler. Zum Projekt gehört auch der Bau einer Brücke etwas unterhalb von Gut Lorsbeck.

Die Kosten beziffert der Wasserverband auf ingesamt 900.000 Euro. Davon stammen 230.000 Euro aus Töpfen der Europäischen Union (EU), die über „Wave“ (Water Adaption is Valuable for Eve- rybody“/Die Anpassung der Wasserwirtschaft ist wertvoll für jedermann) Projekte europäischer Wasserverbände fördert, die sich auf die Herausforderungen des Klimawandels richten. Bereits in den Jahren zuvor waren die Dämme zwischen Gut Lorsbeck und der L 253 immer wieder saniert werden, weil die Dämme löchrig waren.

Derzeit baut auch die Zuckerfabrik Jülich am Mühlenteich. Errichtet wird eine Brücke, die das Betriebsgelände diesseits und jenseits des Gewässers verbindet. Wie der Technische Werksleiter Dr.-Ing. Markus Lorenz erläutert, sollte auf der vor einigen Jahren erworbenen Fläche die damals angeplante Biogasanlage gebaut werden, die auf Rüben-Basis Strom produzieren sollte. Doch dieses Projekt werde „momentan nicht verfolgt“, da sich die „Rahmenbedingungen geändert“ hätten.

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