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Der Kampf für Bäume beginnt erst

Von: jago
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Unterschriften sammeln und Informationen vermitteln: Die Jülicher Grünen kämpfen gegen die Abholzung von 11.000 Bäumen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „In Ermangelung eines geeigneteren Grundstücks für den Bau von Jugendgästehaus und Schwimmleistungszentrum sollen nun 11.000 ... Bäume gefällt werden. Dagegen erhebe ich Einspruch!” Zur Unterstützung dieses Aufrufs hatten die Jülicher Grünen am Ostersamstag in der Innenstadt einen Stand errichtet.

Die Initiatoren berichteten von vielen Bürgern, die eigens in die
An diesem informierten sie über die Projektzusammenhänge und sammelten Unterschriften gegen die Fällaktion.

Stadt gekommen seien, um mit der Unterzeichnung ihren Protest kundzutun. Zu hören waren auch Fragen besorgter Jugendlicher, die wissen wollten, was mit der Skaterbahn im betroffenen Gelände geschieht. Der Tenor der Fragen ging in die Richtung: „Wie kann sich Jülich solche Großprojekte überhaupt leisten?” und „Wieso werden wir als Jülicher mit Eintrittsgeld für den Park, Steuergeldern zum Unterhalt und der Zuweisung von Zuschussbeträgen eigentlich dreimal für eine Einrichtung zur Kasse gebeten?”

Die zwölfjährige Kristina äußerte sich sehr besorgt über die möglichen negativen Folgen für die Artenvielfalt, wobei besonders ihre Lieblingstiere - Fledermäuse von der Abholzung stark betroffen sein sollen. Beispielhaft für viele monierte ein Familienvater, dass die Aufforstung vor zwölf Jahren viel Geld gekostet habe, was jetzt schon wieder der Fall sei. „Das ist zum Fenster heraus geworfenes Geld. Das tut mir echt weh”, fasste er sein Unverständnis zusammen.

Ersatz nicht möglich

Wörtlich genommen, sei der versprochene „1:1-Ersatz” gar nicht möglich, da nirgendwo eine Ersatzfläche mit 11.000 Bäumen, die zwölf Jahre wachsen konnten, zur Verfügung stehe, war eine weitere Meinung. Selbst das alte Golfplatz-Projekt fand Raum in den aufkommenden Spekulationen. Man höre ständig, dass die Maßnahmen die Stadt Jülich nach vorne bringen sollten, meldete sich ein besorgter Mitbürger zu Wort und kritisierte die „Beliebigkeit”, mit der die Verwaltung agiere. „So geht´s nicht”, lautete sein Fazit.

Immer wieder zu hören war nebenbei die deutliche Ablehnung der projektbezogen ins Spiel gebrachten Bezeichnung „Indeland”, mit der sich die Jülicher nie anfreunden. Innerhalb von vier Stunden sammelten die Grünen 150 Unterschriften, was von Emily Willkomm-Laufs als zufriedenstellendes Ergebnis” gewertet wurde: „Ich finde gut, dass sich die Bürger wieder am Entscheidungsprozess beteiligen und die Freiheit nutzen, gegen diese Pläne Einspruch einzulegen. Viele wissen gar nicht, dass Ratssitzungen öffentlich sind, und welche Rechte sie haben.”

Die Abstimmung im Rat über die Offenlegung des Bebauungsplan erfolgt am Donnerstag (Beginn im Neuen Rathaus gegen 18.15 Uhr). Anschließend kann jeder Bürger Einspruch einlegen. „Das ist erst der Anfang der Aktion. Wir werden weiter für die Bäume kämpfen und fordern mehr öffentliche Diskussion”, erklärten die Initiatoren.
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