Der Jugend demokratische Tugenden vorleben

Von: Simone Dolfus
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Die Kinder und Jugendlichen, die die Gedenkstunden zur Pogromnacht vorbereitet haben, wurden geehrt. Foto: Dolfus

Jülich. Der 27. Januar ist der Tag, an dem an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee gedacht wird. Auschwitz „ist das Symbol der Verbrechen des nationalsozialistischen Terror-Regimes”, erläuterte Gabriele Spelthahn, Vorsitzende der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz, in der Jülicher Schlosskapelle.

Die Gesellschaft nutzt diesen Tag nicht nur zum Gedenken, sondern verleiht an diesem Tag ihren Preis für Zivilcourage und Solidarität. Der ging in diesem Jahr an den ehemaligen Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Ferdinand Esser.

„Mit der ihm eigenen Kreativität und Durchsetzungskraft” hatte der gebürtige Titzer erreicht, dass der LVR die ehemalige Landsynagoge in Rödingen erwarb und zum LVR-Kulturhaus mit Museum für das Landjudentum umbauen ließ. „Auch sein Einsatz für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung war herausragend”, heißt es in der Urkunde.

Als Laudator für seinen Freund Ferdinand Esser fungierte NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger. „Demokratie muss mit ihren Kardinaltugenden vorgelebt werden”, so Voigtsberger. Ferdinand Esser könne gerade den jungen Menschen als Vorbild dienen. „Es war sicher nicht leicht, Ende der 90er Jahre eine Entscheidung zu treffen, ein heruntergekommenes, unscheinbares Anwesen in einem kleinen Ort aus Steuergeldern zu kaufen, es behutsam wieder herzurichten, um dann als sichtbares Zeugnis ehemals jüdischen Lebens in Rödingen exemplarisch zu verdeutlichen, dass die Deutschen in ihrer großen Mehrheit aus der Geschichte gelernt haben”, sagte der Preisträger selbst.

Er dankte insbesondere der Judaistin Monika Grübel, die sich stark für die Herrichtung der Synagoge engagiert hat, und gab zu, auch ein wenig stolz darauf zu sein, zu diesem Projekt seinen Beitrag geleistet zu haben. „Und das ausgerechnet in meiner Heimatgemeinde Titz.”

Stolz sein durften auch die Jugendgruppen der evangelischen und katholischen Gemeinden Aldenhoven, die Integrationsgruppe Aldenhoven, der Pfadfinderstamm Aldenhoven, Schüler der Haupt- und Realschule Linnich sowie des Mädchengymnasiums Jülich. Sie erhielten vom stellvertretenden Vorsitzenden der Jülicher Gesellschaft Dr. Walter Liedgens Urkunden und einen kleinen Obulus in Anerkennung ihres Engagements bei der Gestaltung der Gedenkstunden zum 72. Jahrestag der Pogromnacht.
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