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Der Gedanke ist über 3000 Jahre alt: Energie durch Pyrolyse

Von: hfs.
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„Energie für Gegenwart und Z
„Energie für Gegenwart und Zukunft können mittels innovativer Anwendung mit neuen Bioenergie-Technologien gewonnen werden.” So die Meinung von Ulrich Wirtz (r.) im Technologiezentrum Jülich. Foto: hfs.

Jülich. Licht, Wärme, Mobilität, Kommunikation, Unterhaltung, der moderne Mensch verbraucht jede Menge Energie. Weltweit gewonnen durch den ständig steigenden Verbrauch begrenzter Ressourcen von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl oder Gas. Energie für die Gegenwart und die Zukunft ist gefragt.

Vor diesem Hintergrund wächst der Forschungsbedarf Bioenergie rapide. Mit bereits erfolgreich arbeitenden Anlagen innovativer Anwendungen, wie Ulrich Wirtz, Technischer Direktor der HI³ GmbH im Technologiezentrum in Jülich betonte, als er zusammen mit Wissenschaftlern die Pläne zum ersten „Bioenergie Support Center Deutschland” vorstellte, das in Jülich etabliert werden soll.

In einer Biogasanlage werden organische Stoffe unter Weglassung von Sauerstoff mit gleichbleibender Temperatur vergoren. Diese chemische Trockendestillation ist eines der ältesten vom Menschen genutzten chemischen Verfahren. Bereits in der Steinzeit wurde durch einen Vergärungsprozess von Birkenrinde Pech gewonnen. Pech, mit dem der auf dem Similaungletscher gefundene „Ötzi” vor mehr als 3300 Jahren die Schäfte seiner Pfeile behandelte.

Bei den heutigen hochmodernen Biogasanlagen wird das entstehende Biogas, bestehend aus bis zu 80 Prozent Methan und bis zu maximal 50 Prozent Kohlendioxid einem Motor als Brennstoff zugeführt. Dieser treibt einen Generator zur Stromerzeugung an, der ins öffentliche Netz eingespeist oder selbst genutzt wird.

Prototyp steht in England

Nicht wie früher Birkenrinde, sondern durch Biomasse aus Rest-oder Abfallstoffen werden bei der im TZJ vorgestellten innovativen Technologie mittels Pyrolyse neue Energieträger gewonnen. Ohne irgendeine Verbrennung läuft ein, so die Experten, klimaneutraler Prozess ab, für weder Anbau noch Ernte von Energiepflanzen notwendig sind. Zurzeit wird ein Prototyp des neuen Verfahrens, das Pyrolyse und Vergasung kombiniert, in England getestet. Dabei werden auch der Einsatz verschiedener Biomassen und die produzierten Energieträger geprüft.

Die erste deutsche Anlage wird in Jülich mit einer Leistung von 150 kWel (Kilowatt elektrisch) gebaut. Weitere Anlagen sollen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden entstehen. „Jülich ist prädestiniert, schließlich hat die Jülicher Börde ein großes Potential an Biomasse. Die Synergien fördernde unmittelbare Nähe zum Forschungszentrum, der Fachhochschule und dem Technologiezentrum machen diesen Standort hochattraktiv”, sagte Ulrich Wirtz bei der Vorstellung des Projektes, das als strategische Initiative von der Europäischen Union zugelassen wurde. „Aus Abfall produzierte Bioenergie ist ein kostengünstiges und umweltfreundliches Lösungskonzept für erneuerbare Energie.”

Wie ein Pyroformer funktioniert und arbeitet, erlebten die Gäste bei einer Direktschaltung zum Prototyp im Harper Adams University College in Newport. Von dort soll ein kleinformatiges Biomassekraftwerk nach Jülich gebracht werden.
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