Jülich - Der Alleindarsteller zaubert Sagenhaftes aus seinem Hut

Der Alleindarsteller zaubert Sagenhaftes aus seinem Hut

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Vater Rhein kommt als Handpupp
Vater Rhein kommt als Handpuppe aus seinem Bett und befiehlt: „Machs wie der Direktor und mach es gut. Bin im Bett”. Foto: Jagodzinska

Jülich. Wütend erhob sich „Vater Rhein” als Handpuppe aus seinem Bett und befahl Alleindarsteller Bernd Staklies vom Pappmobil Figurentheater aus Herne: „Machs wie der Direktor und mach es gut. Ich bin im Bett. Vater Rhein” und verschwand.

Letzteres ist Titel der Abschlussveranstaltung des vierteiligen Kinderkultursommers auf der Hauptbühne im Brückenkopfpark: Während Staklies zur Freude der Kinder die vermeintlichen Schwierigkeiten mit seinem Plüschhund Wotan meistert, bereitet er sein Publikum auf das Kommen des Theaterdirektors und Puppenspielers vor - der allerdings nie in Erscheinung tritt - und verspricht: „Dann geht es los”.

Als das Telefon klingelt, wissen die vielen Kinder unter den Zuschauern natürlich sofort, wer anruft - „der Direktor”. Dieser muss aber gegen Ungeheuer im Bermuda-Dreieck kämpfen und kann doch nicht kommen. Als Staklies daraufhin die Aufführung absagen will, droht ihm „Vater Rhein”.

„Wer die Lorelei nicht kennt, weiß nicht, was am Rhein los ist”, hatte Puppenspieler Staklies im Vorfeld auf die Wichtigkeit der Definition „Heimat” hingewiesen. Er will „gutes Kindertheater machen”, Geschichten erzählen” und nicht zuletzt die Sprachbilder von Märchen interpretieren.

Nächtliche Hausgeister

Was er nicht mag, ist die „Verballhornung”, etwa von Siegfried aus der Nibelungensage, im Fernsehen. So fügt er sich im Kindertheater sofort den Anweisungen von „Vater Rhein”, legt wie der Theaterdirektor Hut und Handschuhe an und los: Aus dem Hut zaubert er den Kölner Schneider aus der Sage „Die Heinzelmännchen” und lässt die nächtlichen Hausgeister im aufgestellten Puppentheater wirken.

Ein herzlichen Lachen erklingt immer dann aus Kindermund, wenn die kleinen Handpuppen mit rotem Hut auftauchen, um die Arbeit des Schneiderehepaars zu verrichten.

„Kinder, was für ein schönes Kleid. Waren das die Heinzelmännchen?”, bezieht Staklies sein begeistertes Publikum mit ein. Die Moral von der Geschicht: „Die Heinzelmännchen sind durch die Neugierde der Frauen verjagt worden”. Was ist ein Held? „Ich wäre gern ein Held. Kennt ihr Siegfried, der den Schatz geteilt hat?”

Der Kindertheaterdarsteller legt einen Wischmopp auf den Kopf, nimmt ein Schwert zur Hand und kämpft wenig später mit dem Drachen, der allerdings Schmerzen fürchtet: „Nicht weh tun”, fleht das „Ungeheuer” darum wenig heldenhaft. So bleibt der Kampf des Xantener Drachentöters auf der Bühne unblutig.

„Damit die Kinder sehen, wie es denen geht, die geizig sind und nicht teilen können”, verlangt „Vater Rhein” im Anschluss die Aufführung des Puppenspiels „Der Mäuseturm”. Hier denkt der böse Erzbischof von Mainz in einer fürchterlichen Hungersnot nur an seine gefüllten Getreidekammern. Obwohl er sich schließlich in den Mäuseturm flüchtet, kann er den ebenfalls hungernden Mäusen nicht entkommen. Noch heute erinnert die Burgruine auf einer Rheininsel bei Bingen daran.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert