Depression: Die versteckte Krankheit

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Jülich. In der Gesellschaft sind Leistung und Stärke gefragt. Da passt die Depression nicht hinein. Ein Widerspruch, der gefährlich ist. Als die Öffentlichkeit durch den Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke mit der Krankheit konfrontiert wurde, war sie auf einmal in aller Munde.

„Das muss sie weiterhin bleiben”, meint Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich. „Wir brauchen mehr Wissen über diese Krankheit, um Betroffenen zu helfen und gegebenenfalls sich selbst gegenüber aufmerksamer zu sein.” Daher referiert am Dienstag der Dipl.-Psychologe Dr. Gerhard Bliersbach, Psychologe bei den Rheinischen Kliniken in Düren, in Jülich.

Gerade der Leistungssportler Enke zeige, so Bennetreu, wie versteckt die Krankheit ist, hinter welcher Fassade Betroffene weiter agieren und wie die Krankheit dahinter ihren dramatischen Verlauf nimmt.

„Haben wir nicht ein großes Problem schwach zu sein, kaputt, nicht mehr zu können und spielen - so lange es geht - mit im Spiel der Leistungsstarken, Belastbaren, Flexiblen und Alleskönner?”, fragt Elke Bennetreu.

„Aber was hat das eigentlich mit Depression zu tun? Wo ist die Abgrenzung zur Lebens-, Sinn- oder Wertekrise? Depression, eine Erkrankung, die doch eher gekennzeichnet ist von Antriebslosigkeit, „eine Gesamterkrankung von Gefühl, Denken und Körper, eine „Gemütsstörung”, die sich in einem durchgehenden Gefühl von Niedergeschlagenheit, Verlust von Interesse und Freude ausdrücke.

Eine Krankheit, in der der Antrieb gestört und das Selbstwertgefühl herabgesetzt ist - und man am liebsten im Bett bleiben möchte. Ist es die Angst zu versagen, ausgegrenzt zu sein, nicht mehr dazuzugehören, die viele Betroffene lange, wenn gar selbst unbemerkt, weitermachen lassen - um dann schließlich vielleicht nur noch einen Ausweg zu sehen?

Deshalb hat die Evangelische Erwachsenenbildung sich entschlossen, einen qualifizierten Referenten zu diesem Thema nach Jülich zu holen, um über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten zu referieren.

Der Dipl.-Psychologe Dr. Gerhard Bliersbach wird am Dienstag, 2. März, um 19 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30 in Jülich, referieren. Die Gebühr beträgt fünf Euro. Anmeldung unter 02461 99660 bzw. eeb@kkrjuelich.de.

Gerhard Bliersbach ist seit 1980 an den Rheinischen Kliniken Düren tätig. Er schreibt regelmäßig in der Fachzeitschrift „Psychologie Heute” und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Halbschwestern, Stiefväter und wer sonst noch dazu gehört. Leben in Patchwork-Familien”.
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