Jülich - Denkmalschutz: Geschäftsmann drohen Zwangsgeld und Haft

Denkmalschutz: Geschäftsmann drohen Zwangsgeld und Haft

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Kleine Ursache, große Wirkung: Geschäftsmann Alfred Bardon kann sich über die Reaktion der Unteren Denkmalbehörde auf eine Änderung an der Markise am Ladenlokal nur wundern. Foto: Stüber

Jülich. Alfred Bardon versteht die Welt nicht mehr. Der Geschäftsmann wollte eigentlich nur die Markise seines Ladenlokals an der Poststraße in Jülich auffrischen lassen. Nun „hängt” er deshalb mit der Stadt Jülich vor Gericht.

Lange Jahre war die Werbung am Sonnen- und Wetterschutz unbeanstandet geblieben. Der Name seines Geschäftes und ein paar Brillen zierten die Markise. Da diese mit den Jahren aber gelitten hatte, ließ Optiker Bardon das Teil von einer Firma für Werbegestaltung überarbeiten. Die alte Beschriftung wurde entfernt und durch den aktuellen Schriftzug seiner Firma ersetzt.

Aus vier stilisierten Brillen wurden fünf. „Das hat ja nichts mit Leuchtreklame oder anderem Auffälligem zu tun. Es geht ja nur um Aufkleber”, sieht Bardon den alten Zustand nicht wesentlich verändert.

Kaum war aber die Markise überarbeitet, flatterte der Firma Bardons im September zunächst die Aufforderung zur Entfernung der Werbeanlage innerhalb von fünf Tagen ins Haus. Der Geschäftsmann war jedoch gerade erst zu einem mehrwöchigen Urlaub abgeflogen.

Da das Schreiben der Stadt Jülich namentlich an Bardon als Person und nicht an die Firma gerichtete war, konnte der so „Bedrohte” nicht sogleich reagieren. Entsprechend folgte ein zweites Schreiben.

Neben der Aufforderung zur Entfernung der Markise geht es in der „Ordnungsverfügung” des Bauordnungsamtes der Stadt um Zwangsgeld über 200 Euro (bei Nicht-Entrichtung „Ersatzzwangshaft”) und erneute Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von 400 Euro „für jeden Fall der Zuwiderhandlung”.

Begründet wird das strikte Vorgehen der Verwaltung gegen die Bardonsche Markise mit der auch für die Poststraße geltenden Denkmalbereichssatzung. Bardon hätte seine Aktion mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abstimmen müssen. Diese „Benehmensherstellung” sei jedoch nicht erfolgt.

Ungeachtet dessen sei Bardons Neugestaltung der Markise ohnehin „nicht genehmigungsfähig”. Nun wird ein Gericht in Aachen in der Sache zu entscheiden haben.
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