Demokratie oder: Der Abschied der CDU von der Macht

Von: Volker Uerlings
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Das erste Ergebnis der SPD-PKL-Grünen-Kooperation in Linnich: Drei stellvertretende Bürgermeister (von links) wurden verpflichtet: Manfred Neukirchen (SPD), Mark Dremel (PKL), Andres Venrath (CDU). Foto: Uerlings

Linnich. Die stärkste Fraktion musste mitansehen, wie sie von einem Kooperationsbündnis entmachtet wurde - nach 15 Jahren der absoluten Mehrheit. Und diesen „historischen Moment” wollten dutzende Gäste im Linnicher Ratssaal nicht verpassen. Sie harrten über drei Stunden aus.

Beim besten Willen konnte der alte und neue Linnicher Bürgermeister Wolfgang Witkopp der konstituierenden Ratssitzung nur ein einziges halbwegs positives Attribut verleihen: „Spannend” sei es für die zahlreichen Gäste gewesen. Ansonsten war der Verwaltungschef ebenso bedient wie seine Partei, die CDU.

Aus dieser Zeitung mussten die Christdemokraten vor einer Woche erfahren, dass drei von vier Fraktionen kooperieren: SPD, UWG PKL und Bündnisgrüne. Sie setzten nun mit ihrer Mehrheit durch, dass dem von Alterspräsident Heinz Kieven vereidigten Bürgermeister Wolfgang Witkopp nun drei statt zwei ehrenamtliche Stellvertreter zur Seite gestellt werden. Und die CDU verlor auch den „ersten” Vize, Andreas Venrath, der künftig der zweite ist. Zum neuen ersten Stellvertreter wurde Manfred Neukirchen (SPD) gewählt, zum dritten der Ratsneuling Mark Dremel (PKL).

Noch ärger traf es die Union bei der Wahl der Ortsvorsteher. In Linnich, Floßdorf und Kofferen wählte die Ratsmehrheit nicht den CDU-Kandidaten, die jeweils die meisten Stimmen geholt hatte, sondern: Alfred Wermeter (Linnich/SPD UWG/PKL), Manuela Chrost (Floßdorf/SPD) und Trude Krichel (Kofferen/Grüne).

Bürgermeister Wolfgang Witkopp kündigte an, dass er dieses Verfahren prüfen und gegebenenfalls beanstanden werde. Der Städte- und Gemeindebund habe ihm mitgeteilt, dass „der Rat gehalten ist, die Ergebnisse der Kommunalwahlen zu akzeptieren”. Die Wahl eines Ortsvorstehers durch eine Listenverbindung sei nur zulässig, wenn die Liste vor dem Urnengang angekündigt worden sei. Es gebe darüber hinaus ein Urteil, wonach der Rat frei die Ortsvorsteher wählen könne, wenn der Abstand zwischen den größten Gruppen sehr gering sei.
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