Demenz-Lotsen helfen Familien ab dem Frühjahr

Von: gep
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Dezernentin Katarina Esser und
Dezernentin Katarina Esser und Bürgermeister Heinrich Stommel (beide rechts) nehmen den mit 4000 Euro dotierten Preis in der Schlosskapelle der Zitadelle für das Projekt Demenz-Lotsen entgegen. Foto: gep

Jülich. Im Frühjahr sollen die ersten fünf ehrenamtlichen Demenz-Lotsen der Stadt Jülich mit Rat und Tat den Familienangehörigen zur Seite stehen. Das kündigt Dezernentin Katarina Esser an. Aufgabe der Lotsen ist eine „neutrale Koordination”, um die Betreuung und die Pflege der Erkrankten sicherzustellen.

Es sei, so Esser, ein „niederschwelliges Angebot zur Orientierung”. Die Idee eines Freiwilligen-Dienstes im Rahmen des Projekts „Demenzfreundliche Stadt Jülich” hat mittlerweile landesweite Anerkennung gefunden und ist mit einem Preis im Wettbewerb „Bürger.Leben.Kommune” ausgezeichnet worden.

Der Preis, gestiftet vom Generali-Zukunftsfonds, ist mit 4000 Euro dotiert. Bei der Übergabe in der Schlosskapelle sagte Bürgermeister Heinrich Stommel, dass die Versorgung alter Menschen und die steigende Nachfrage nach Pflegedienstleistungen neue infrastrukturelle Voraussetzungen und „die Mitverantwortung Dritter” erfordere. Stommel: „Eine Verzahnung von professionellen Diensten mit Selbsthilfeaktivitäten wie Nachbarschaftshilfe und mit ehrenamtlichen Engagement wird deshalb immer wichtiger.”

Wie Esser erläuterte, erhalten die Demenz-Lotsen bei einjähriger Tätigkeit eine 60-stündige Schulung. Sie sollen ab Herbst angeworben werden.

Neuer Freiwilligendienst

Dieses Projekt fußt auf der Initiative „„Freiwilligendienste aller Generationen”, die, so Ursula Enderichs-Holzapfel vom „Mobilen Team Nordrhein-Westfalen”, ein „neues Format” des ehrenamtlichen Engagements propagiert, etwa durch den Wettbewerb „Bürger.Leben. Kommune” und gefördert vom Gesundheitsministeriium des Landes und des Bundes. Bei diesem Freiwilligendienst verpflichten sich Bürger zeitlich befristet (mindestens sechs Monate) und verbindlich (per Unterschrift).

Dabei genießen sie auch Versicherungsschutz. Das Jülicher Lotsen-Projekt hat allerdings eine „längere Perspektive” (Esser) von einem Jahr. Das Angebot richtet sich etwa an Hausfrauen, die vorher in Pflegeberufe tätig waren und nach der Familienphase vor einem Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt stehen. Es können sich aber auch Arbeitslose melden, die mit einem Freiwilligen-Zertifikat ihre Bewerbungschancen verbessern wollen.

Zielgruppe Nr. eins sind aber Rentnerinnen und Rentner, die auch im Ruhestand aktiv bleiben wollen. Jülich, so Dezernentin Esser, verfüge - das zeigten die bisherigen Projekte - über eine Vielzahl von Senioren, „die gerne etwas freiwillig tun”.
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