Das Zeitfenster der neuen Begegnungsstätte in Linnich wird schmaler

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
15331510.jpg
Noch stehen die Außenmauern des Schützenheims (im Hintergrund). Bis Ende der Woche sollen auch sie verschwunden sein, sagt Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (r.). Foto: Jonel

Linnich. Die Frage war rhetorisch und eher stichelnd: „Ich dachte, das wäre längst weg?“ Gemeint war das Linnicher Schützenheim. Mit dessen Abbruch war vor Wochen begonnen worden. Seither geht es nicht wirklich zügig weiter.

Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker setzte auf die Optimismuskarte. „Wir haben ja noch drei Tage.“ Soll heißen: Ende der Woche sind die letzten Reste des entkernten Schützendomizils dem Erdboden gleich gemacht – die unabdingbare Voraussetzung, um mit dem Bau der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte zu beginnen.

Dieses Segment auf dem Place de Lesquin war nur einer der Punkte, die der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt bei der Ortsbegehung vor der eigentlichen Sitzung in Augenschein nahm. Zugegeben, ein wichtiger. Denn das Zeitfenster zur Verwirklichung der Begegnungsstätte wird schmal und schmaler, zumal nach dem Wechsel des Architekten. Der Fertigstellungstermin 31. Dezember 2018 ist unverrückbar. Noch ist dieses Ziel mit einem neuen Bauzeitenplan zu erreichen, versicherte die Bürgermeisterin.

Dass auf dem Kirmesplatz bald gegraben wird, ist sicher. „Wir warten nur noch auf den Förderbescheid des Ministerium, um mit den Erschließungsarbeiten zu beginnen“, sagte Marion Schunck-Zenker. Die mündliche Zusage habe die Stadt längst.

Natürlich kam bei dieser Begehung auch die Ausschilderung der Verkehrsführung an der Baustelle Innenstadt vorbei zur Sprache. Mittlerweile wird bereits am Kreisel SIG Combibloc darauf hingewiesen, wie das Krankenhaus und die Ortschaften Rurdorf und Floßdorf zu erreichen sind. Der Verkehr wird ausdrücklich über die Erkelenzer Straße zur B57 geleitet und über die Mahrstraße auf die Rurdorfer Straße. Dieser ursprüngliche Plan von Stadtverwaltung und Fachausschuss ging zumindest in der ersten Woche der Innenstadtsperrung nicht auf.

Als problematisch erweisen sich Anwohneraktionen gegen das Verkehrsaufkommen auf der Mäusgasse. Zusätzlich zu den eingebauten Geschwindigkeitsbremsen parkten Anwohner ihre Fahrzeuge auf der Fahrbahn. „Die machen jetzt den Rettungskräften die Durchfahrt unmöglich“, wurde geschildert.

Sehr interessierter Investor

Auch in das Projekt „Neue Mitte“ zwischen Rurstraße und Hubertusstraße ist Bewegung gekommen. „Ein sehr interessierter Investor“ sei bemüht, „hier tätig zu werden“. In diesem Bereich ist es erklärtes Ziel der Stadt, entsprechend dem Einzelhandelskonzept Einzelhandel anzusiedeln.

Noch von jeglichen Bauarbeiten verschont ist der Abschnitt Rurstraße zwischen Einmündung Bendenweg und Glasmalerei-Museum. Anwohner sprächen von einer Ruhe wie in einer Fußgängerzone, hieß es, seit die Zahl von 11000 Fahrzeugen pro Tag nahezu gen Null zurückgegangen sei. Fußgänger sieht man allerdings nur vereinzelt. Das bekommen allmählich auch die Geschäftsleute in diesem Sperrbezirk zu spüren. Die Kundschaft bleibt aus.

Kritisch beäugt wurden während des Rundgangs zwei Einzelgebäude. Das eine weist unübersehbar Mauerrisse auf. Wegen abgeplatzter Putzbrocken hat der Bauhof vorsorglich den Bürgersteig davor gesperrt. „Wir sind mit dem Eigentümer im Gespräch“, sagte die Bürgermeisterin. Das zweite liegt gegenüber und steht eventuellen „Quartiersplänen Neue Mitte“ buchstäblich im Weg.

Die erste echte Baustelle auf der Rurstraße ist unmittelbar vor dem Glasmalerei-Museum eingerichtet. Und sie hat eigentlich nichts mit dem Integrierten Handlungskonzept (IHK) zu tun. Dort wird die Brücke über den Mühlenteich saniert. Eine Maßnahme, für die die Stadt keine Fördermittel erhält.

Mit dem Spatenstich zum Auftakt der innerstädtischen Umgestaltung wird offiziell auch der Citymanager seine Arbeit aufnehmen, kündigte die Bürgermeisterin an. Immerhin ist das Büro dieser Kraft, die das Förderprogramm im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts ausdrücklich vorsieht, mittlerweile auch als solches zu erkennen. Über Monate war lediglich ein schmuckloser Schreibtisch in dem Schaufensterraum Rurstraße 24 als Arbeitsplatz zu erkennen. Jonas Reimann, im Mai als Citymanager vorgestellt, war „bis jetzt nur telefonisch erreichbar“.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert