Radarfallen Blitzen Freisteller

Das Stadtarchiv in die Schirmerschule packen?

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
jül-archiv-schirmerbild
Die Schirmerschule (im Hintergrund) weckt Begehrlichkeiten: Nach Willen des Kulturausschusses soll die Jülicher Verwaltung prüfen, ob dort das Archiv untergebracht werden kann. Foto: Stüber

Jülich. Im Ringen um eine Fläche der Stadtbücherei, die an das Stadtarchiv abgegeben werden soll, haben sich weitere Perspektiven ergeben, sowohl kurzfristig als auch mittel- bis langfristig nutzbar. Das Archiv benötigt dringend Hilfe. Es ist seit längerem aus purer Raumnot über mehrere Standorte in der Herzogstadt verteilt.

Die Möglichkeiten, den umfänglichen Gesamtauftrag zu erfüllen und für Jülich relevante Dokumente und Zeugnisse zu sammeln und auszuwerten, sind angesichts der gesetzlich vorgeschriebenen Übernahme von Personenstandsunterlagen der Stadtverwaltung endgültig ausgeschöpft. Dies erklärte Archivleiter Dr. Horst Dinstühler im Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales.

„Mit dem zusätzlichen Raum der Bücherei würde ich über Jahre hinkommen”, sagte der Archivleiter. Dagegen ist der Leiter der Stadtbücherei, Werner Wieczorek, in Sorge, dass die in Rede stehende Teilfläche, die seine städtische Einrichtung „vorübergehend” ans Archiv abgeben soll, auf Dauer verloren geht. „Was passiert nach zehn Jahren, wenn bis dahin keine Lösung gefunden wird? Was gibt mir die Garantie, dass der Bücherei noch mehr Platz abgenommen wird?”

Der Ausschuss empfahl nach intensiver, aber sachlicher Diskussion, dem Haupt- und Finanzausschuss, im Haushalt 2009 insgesamt 50000 Euro für die Erweiterung des Archivs einzustellen. Darin enthalten sind rund 10.000 Euro, um die statische Überprüfung der Schirmerschule, genauer der alten Berufsschule, an der Düsseldorfer Straße zu finanzieren.

Die zentrale Frage lautet: Ist das Gebäude überhaupt geeignet, das Archiv aufzunehmen? Der Restbetrag dient entweder der Herrichtung einer Fläche von 45 Quadratmetern in der Stadtbücherei zur Aufnahme von Material des Stadtarchivs (rund 40.000 Euro) oder dem Umbau eines Kellerraums in der Musikschule (30.000 Euro), in dem derzeit noch ein alter Öltank steht.

Beigeordneter Schulz sieht neben der Nutzung einer Teilfläche der Stadtbücherei als eine kurzfristig realisierbare Alternative an, besagten etwa fünf mal sieben Meter großen Kellerraum der Musikschule fürs Archiv herzurichten. Allerdings dürfte dann der Archivleiter angesichts der Verteilung von Archivalien noch öfter „auf Jülichs Straßen unterwegs sein”.

Unter den in Frage kommenden mittel- bis langfristigen Alternativen erscheint dem Fachausschuss nach Inaugenscheinnahme die Nutzung des im Herbst dank Neubaus frei werdenden Gebäudes der Schirmerschule als besonders sinnvoll. Dieses müsse aber entsprechend saniert und umgebaut werden.

Unter dem Aspekt schulische Nutzung wurde bereits ein Sanierungsbedarf in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro festgestellt, sagte Beigeordneter Schulz. Allerdings seien klimatische und statische Bedingungen für die Nutzung als Archiv noch nicht untersucht worden. Für diese Variante konnte sich auch Ausschussvorsitzender Helmut Bleser (SPD) erwärmen: „Dort ist am ehesten die Möglichkeit gegeben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert