Das künstlerisch-handwerkliche Erbe bewahren

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glasmalerei in linnich
Der Förderverein des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich möchte die Wahrnehmung der Glaskunst in der Öffentlichkeit weiter verbessern.

Linnich. Mit dem Ziel der Förderung der Glaskunst und der Einrichtung eines Glasmalerei-Museums gründete sich Mitte der 1990er Jahre der Förderverein des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich.

Als Museumsstandort wurde Linnich deshalb auserkoren, da in diesem Ort mit der Firma Oidtmann auch die älteste Glasmalerei-Werkstatt Deutschlands ansässig ist, deren künstlerisch-handwerkliches Erbe für das Städtchen an der Rur eine Bereicherung darstellt.

Nachdem die Pläne zur Errichtung eines Glasmalerei-Museums Zustimmung erhalten hatten, spielte der Förderverein auch bei der konkreten Umsetzung eine wichtige Rolle: er verwaltete die Gelder, die für das Museum vorgesehen waren, bis zum Abschluss der Bauarbeiten und der Gründung einer Stiftung als Rechtsform des Museumsbetriebes.

Durch Spenden finanziert

Aktuell hat der Förderverein etwa 200 Mitglieder. Vorsitzender ist Justus Peters, stellvertretende Vorsitzende Marlies Bange. Aus den Spenden des Vereins werden unter anderem die folgenden, wesentlichen, Aktivitäten finanziert: In Abstimmung mit der Museumsleitung werden Werke für den Bestand gekauft.

Dabei kann der Verhandlungszeitraum für einen Ankauf schon einmal ein bis zwei Jahre betragen, da viele Eckpunkte mit den Verkäufern geklärt werden müssen. Das Museum ist gegenüber privaten Ankäufern insofern im Vorteil, als dass die Werke in einem angemessenen Rahmen öffentlich zugänglich sein werden.

Die Unterstützung beim Ankauf der für die Sammlung gewünschten Werke ist desweiteren auch deshalb so wertvoll, weil durch eine große Nachfrage nach Glaskunst in den USA die Marktpreise stark gestiegen sind. Einmal ins Ausland verkaufte Werke bleiben normalerweise auch dort und gehen im ungünstigsten Fall an private Sammler, so dass sie selbst im Zielland nicht mehr im Museum erscheinen. Damit sind diese Arbeiten für die nächsten Dekaden vermutlich nicht mehr zugänglich.

Können also wichtige Arbeiten für das Museum durch Ankauf gesichert werden, so ist dies eine große Unterstützung. Zu den bisher angekauften Werken zählen z.B. Objekte von Maria Katzgrau, Hella Santarossa, Anton Wendling und Heinrich Campendonk.

Exkursionen zu Stätten der Glaskunst sind ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten. Besonders Kirchen und Klöster sind aufgrund ihrer Fenster ein Hauptziel, beispielsweise die Feldkirche in Neuwied, das Kloster Maria Laach, das Kloster Marienthal und der Dom St. Viktor bei Xanten. Zudem erfolgen Reisen zu weiter entfernte Ziele, etwa zu den Kirchen Frankreichs oder zum Vitromuseum in Romont (CH), einem der wenigen anderen Glasmalerei-Museen in Europa.

2011, vermittelt durch die Glasmalereiwerkstatt Oidtmann, gab es die außerordentliche Möglichkeit, die Kuppel des Aachener Doms während der Restaurierungsarbeiten des angebrachten Mosaiks zu besichtigen, da dort ein großes Gerüst angebracht war. So war es möglich, die einzigartigen Mosaike aus der Nähe zu betrachten, die sonst nur vom Erdgeschoß aus zu sehen sind. In diesem Jahr wird der Förderverein mit dem Jülicher und dem Opladener Geschichtsverein die 13. Dokumenta in Kassel besuchen.

In der Vorweihnachtszeit organisiert der Förderverein oft eine Benefizausstellung zugunsten des Glasmalerei-Museums. Es werden aktive Glaskünstler angesprochen, und auch die Werkstatt Dr. Heinrich Oidtmann stellt aus ihrem Bestand Arbeiten zur Verfügung. Die Werke übernimmt der Förderverein in Kommission. Der Reinerlös des Verkaufs wird für Museumszwecke verwendet. Zudem unterstützt der Förderverein Maßnahmen zur Außenwirkung des Museums, wie konzeptionelle Beratung, Verbesserung des Museumsshops oder auch die Stelle einer zusätzlichen Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Mitglieder schenken auch Zeit

Nicht nur durch finanzielle Mittel, auch durch das Geschenk ihrer Zeit, helfen die Mitglieder des Fördervereins dem Museum.

Für die Zukunft möchte der Förderverein des Deutschen Glasmalerei-Museums die Wahrnehmung der Glaskunst in der Öffentlichkeit weiter verbessern. In der Satzung festgeschriebene Ziele sind u. a. auch die Ergänzung der Sammlung sowie der Fachbibliothek, Förderung museumsdidaktischer Veranstaltungen, finanzielle Hilfe bei der Katalogerstellung sowie für wissenschaftliche Tagungen.

Neue Mitglieder und auch Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen.

Vorsitzender des Fördervereins ist Justus Peters, Heideweg 20 in 52441 Linnich-Boslar. Er ist zu erreichen unter Tel. 02462-206679; E-Mail: RA.Justus.Peters@t-online.de
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