Darmkrebs früh erkennen

Von: Kr.
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Sie warben dafür, das Vorsorgeprogramm der Kassen zu nutzen und eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen (v.l.): Frank Müller von der AOK, Dr. Helmut Saler, Dr. Budisetijadi Lie und Jann Habbinga. Foto: Kròl

Linnich. Wenn im Fernsehen von einem Flugzeugabsturz berichtet wird, macht das betroffen. Auch die Schweinegrippe, von der zurzeit überall die Rede ist, schreckt auf. Doch wenn in der Bundesrepublik jährlich 73.000 Menschen an Darmkrebs erkranken und etwa 30.000 daran sterben, wird das eher beiläufig zur Kenntnis genommen.

Dabei ist Darmkrebs heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Einen Appell, die dazu notwendigen Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen, richteten Dr. Helmut Saler, Chefarzt der Chirurgie am St. Josef Krankenhaus in Linnich, und Dr. Budisetijadi Lie, Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin der Linnicher Einrichtung, bei einer Informationsveranstaltung, die das Krankenhaus gemeinsam mit der AOK ausrichtete.

Trotz des wichtigen Themas war die Resonanz schwach, denn nur etwa 20 Interessierte waren ins Rathaus der Stadt gekommen. Nachdem Frank Müller von der AOK und Jann Habbinga, Verwaltungsdirektor der Klinik, die Zuhörer begrüßt hatten, stellte Dr. Lie die Möglichkeiten der Früherkennung vor.

Abtasten des Mastdarmes und Untersuchungen des Stuhls auf Blutbestandteile reichen bis zum 55. Lebensjahr aus. Danach sollte, so Lie, alle zehn Jahre eine Darmspiegelung vorgenommen werden.

Dick- oder Enddarmkrebs machen im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden. Wenn sie erst einmal auftreten, sei es häufig schon zu spät. Die sichere Methode, Darmkrebs zu erkennen, ist eben die Darmspiegelung.

Nachdem der Darm zuvor durch spezielle Abführmittel gereinigt wurde, wird ein flexibles Instrument eingeführt, das eine hochauflösende Minikamera enthält.

Der Arzt untersucht den Dickdarm in seiner vollen Länge auf mögliche Geschwülste oder Krebsvorstufen wie Polypen. Letztere werden direkt entfernt. Die Untersuchung sei völlig schmerzfrei, werde sie doch unter einer leichten Narkose durchgeführt.

Dabei, so Lie, hat er stets einen Anästhesisten an seiner Seite. Der Mediziner wies außerdem darauf hin, dass man einiges tun kann, um Darmkrebs erst überhaupt nicht entstehen zu lassen.

Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und fettarmem, vitaminreichem und ballaststoffreichem Essen bieten eine gute Grundlage. Darüber hinaus sollte der Alkoholkonsum eingeschränkt werden, und Nichtraucher haben auch hier die besseren Karten.

Wird dennoch bei einer solchen Darmspiegelung Krebs am Dick- oder Enddarm festgestellt, so Dr. Helmut Saler, ist das noch immer kein Grund zur Panik. Die Aussichten auf eine Heilung durch eine Operation sind sehr gut.

Mittlerweile gehe man dazu über, nicht nur den Tumor selbst, sondern großflächig auch das Lymphabflussgebiet der Umgebung zu entfernen. „75 Prozent aller Patienten können als geheilt entlassen werden. Bei Krebs im Anfangsstadium sind es sogar 90 Prozent”.

Diese Zahlen allein, so Saler, seien schon Grund genug, ab 55 Jahren eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen.
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