Jülich - D-Sailors: „Wir sind gekommen, um uns aufzulösen”

D-Sailors: „Wir sind gekommen, um uns aufzulösen”

Von: ars
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Ein letzter Schnappschuss: D-Sailors (Matthi, Ingmar, Uli Sailor und Uli GePunkt, von links) verabschieden sich für immer. Foto: Schenk

Jülich. „Heute endet meine Jugend!” Melancholische Gedanken manifestierten sich im Kulturbahnhof, mehrfach geäußert von Fans, die sich noch einmal dem klanglichen Rausch vergangener Tage hingaben. Immerhin war die spielende Band 17 Jahre lang die Konstante der lokalen Szene, an der sich viele andere Punkrockgruppen orientierten, mit Tourneen in Brasilien und etlichen CD-Veröffentlichungen.

Doch an diesem Abend verkündete Uli Sailor in der ausverkauften Halle des Kulturbahnhofs das Motto des Abends als finalen Akt: „Guten Abend. Wir sind D-Sailors, wir sind gekommen, um uns aufzulösen!”

Bruchlos bretterte die Band mit „Leaving for Canada” los. Das Kanada, zu dem sich Formation musikalisch aufmachte, war gleichbedeutend mit dem Utopia des Gesterns, eine Zeitreise in in die Vergangenheit, als die jungen Bands zahlreich aus dem Dunkel ihrer heimischen Keller das erste Mal in die grellen Scheinwerfer der öffentlichen Bühnen eintauchten. Oder in das milde Licht des Bonhoeffer-Hauses, als der damalige Jugendleiter Peter Möller den Nachwuchs motivierte, indem er ihn umfassend förderte und reichlich Möglichkeit zur Entfaltung bot, eben auch mit Auftritten, wofür ihm der Sailors-Frontmann ausdrücklich dankte.

Überhaupt herrschte auf dem Abschiedskonzert eine Atmosphäre wie auf einem Klassenabschlusstreffen nach zehn Jahren, dafür sorgte auch das zweite Motto der Veranstaltung: Es durften nur Gruppen spielen, die es nicht mehr gab. „Jemand hat mir die gute Laune gestohlen, ich werde sie mir wiederholen”, erinnerte Cl. Audio alias Mister Luna in seiner Alt-Formation „Heshthot” daran, dass jeglicher Wehmut hier wenig Platz haben sollte. Stattdessen war Party angesagt. Genau dies beherzigten Gitarrist chp, Drummer Jensen und Bassistin Leila Lu und kleideten ihr altes Liedgut á la „Afrika” oder „Ronja” in ein kraftvolles modernes Gewand, deutlich klanglich gereift in der Dekade, in der die Band nicht existierte. Als Schulterschluss zum aktuellen Geschehen präsentierten sie den Sailors-Song „Brapapapap”.

Gleich ein originales Bandmitglied holten sich derweil die übrigen Gäste an Bord. Mit Gitarrist Ingmar rockten Markus, Domi, Cornel, Uli und Manu als „Sailors und die Socks” in Gedenken an alte gemeinsame Tourerlebnisse im Zeichen des Punkrocks. „Wir verneigen uns vor Eurer langjährigen musikalischen Präsenz”, zollten die „Socks” den Seeleuten ihren Respekt. Auch wenn das Publikum einen Sitzpogo nicht mehr richtig hinbekam, die Symbolik des dazugehörigen Stückes „Die letzte Runde” sprach für sich.
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