Gereonsweiler - „Christinenstift“ in Gereonsweiler feiert 25-jähriges Bestehen

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„Christinenstift“ in Gereonsweiler feiert 25-jähriges Bestehen

Von: Marzena Vomberg
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Familiäre Atmosphäre und kurze Reden zeichneten das Jubiläumsfest des „Christinenstifts“ in Gereonsweiler aus. (v. r.) Pfarrer Konrad Barisch, Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, Geschäftsführer Bernd Bogert, Claudia Fabry (Leitung Care Competence Center), André Jansen (Aufsichtsrat St. Gereon Seniorendienste), Ortsvorsteher Mark Dremel. Foto: Marzena Vomberg

Gereonsweiler. Jüngst feierte das „Christinenstift“ in Gereonsweiler mit einem Gottesdienst und sommerlichem Jubiläumsfest sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass zeichnete der Geschäftsführer Bernd Bogert in Namen aller Mitarbeiter und Bewohner eine nicht alltägliche Einladung ab.

„Unser Fest möchten wir insbesondere mit allen Bürgerinnen und Bürgern des Ortes Gereonsweiler gebührend feiern und laden dazu das ganze Dorf herzlich ein, unser Gast zu sein“, hieß es im Text. Keine interne Feier und keine steif nach Tagesprogramm in die Länge gezogenen Statements der offiziellen Gäste sollten den Tag gestalten.

Angedacht wurde stattdessen ein würdiges aber ausgelassenes Fest mit den Bewohnern der Ortschaft, das die gelungene Integration der Senioreneinrichtung in das Dorfleben betonte. Dieser Einladung folgten Scharen von Besuchern bereits am Vormittag. Sie versammelten sich zuerst in einem maritim dekorierten Festzelt zum feierlichen Gottesdienst. Pfarrer Konrad Barisch zelebrierte die Messe, deren feierlicher Charakter musikalisch vom Kirchenchor untermalt wurde.

Der Rückblick

Seine Predigt nutzte der Pastor, um die bewegte Geschichte und die anspruchsvolle Aufgabe der Einrichtung zu schildern. 1872 vermachte die in Gereonsweiler beheimatete Christina Schunck ihr Eigentum der Pfarrgemeinde mit der Auflage, eine Stiftung zu gründen, die Kranken und pflegebedürftigen Menschen zugutekommt. 1927 erfolgte die Grundsteinlegung für das erste „Christinenstift- Altenheim“, heutiges „Haus Schunck“. „Wir schauen nun auf eine 90-jährige Geschichte des Stiftes zurück“, erläuterte Barisch.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die Räumlichkeiten als Lazarett und in der Nachkriegszeit wurde dort bis 1954 die Notkirche des Ortes untergebracht. Über viele Jahre beherbergte das Haus auch einen Kindergarten, bevor es 1998 wieder zum Altenheim wurde.

Die Idee

Vor 25 Jahren wandte sich der Leiter der Einrichtung Bernd Bogert an den Kirchenvorstand mit den Worten „Wir haben ein neues Altenheim nötig“ und erklärte sogleich seine Idee. „Natürlich waren wir alle daran interessiert“, erinnert sich der Gemeindepfarrer. Im April 1992 wurde der Grundstein gelegt, und am 20. Juni 1993 feierte man bereits die Einweihung des neuen „Christinenstift-Hauses“.

Pfarrer Barisch zitierte den damaligen Bischoff von Aachen Klaus Hemmerle, der aus diesem Anlass mit einem Brief gratulierte und die wichtige Aufgabe der Einrichtung betonte: „Älteren Menschen Heimat zu geben, ihnen einen Lebensraum zu eröffnen, der von sich selbst besagt, dass sie geliebt, gewollt und angenommen sind und der ihnen zugleich ermöglicht, sich persönlich zu finden, zu entfalten und mit den Nächsten in Kontakt zu treten, ist das Ziel.“

Diese Aufgabe bezeichnete Konrad Barisch als eine Christenpflicht, mit dem Gebot der Nächstenliebe begründet. „Diesem Ziel, Menschlichkeit zu pflegen, sind auch die St. Gereon-Seniorendienste immer treu geblieben“, sagte Barisch und bedankte sich bei allen mitwirkenden Gremien und Mitarbeitern.

Seinen anerkennenden Worten und guten Wünschen für die Zukunft schloss sich Ortsvorsteher Mark Dremel an. Er unterstrich die „hervorragende Willkommenskultur des Christinenstifts, die ihresgleichen sucht“. „Es ist nicht selbstverständlich, dass zu einem Jubiläumsfest alle in solch einer Form eingeladen werden“, sagte er und bedankte sich im Namen aller Dorfbewohner.

Etwas Besonderes

Als nicht selbstverständlich, vielmehr als etwas Besonderes bedachte auch die Linnicher Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker die Einrichtung. „Ich danke für 25 Jahre Christinenstift hier in Gereonsweiler“, sagte sie und bekräftigte die Eigenheit des Hauses, in dem das Motto „Wir pflegen Menschlichkeit“ tatsächlich das ist, was von den Bewohnern und Besuchern erlebt wird. Sie dankte dem Geschäftsführer für die Einbeziehung der Ortschaft und für die respektvolle Betrachtung der Mitarbeiter, welche die ausgezeichnete Leistung des Teams hervorbringt und den stets würdigen Umgang mit den Hausbewohnern garantiert.

In seiner kurzgehaltenen Jubiläumsrede erwähnte Bernd Bogert das Konzept des Hauses, dessen Bewohner ihren Alltag im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst gestalten können. In den inzwischen renovierten Räumlichkeiten bilden die Senioren Hausgemeinschaften, in denen sie zu ihrer Lebensqualität nach eigenen Vorstellungen selbst beitragen. Er bedankte sich bei allen, „die das Haus mitgebaut und mitgetragen haben“. „Ganz besonderer Dank gilt Pastor Barisch, ohne den das Haus nie entstanden wäre“, sagte Bogert.

Er richtete zudem seine Anerkennungs- und Dankesworte an alle Mitarbeiter mit gesonderter Erwähnung der Familie Palm, „die in der Einrichtung zahlreich vertreten ist und für den guten Hausgeist sorgt “, sowie an sämtliche Dorfbewohner.

Seiner eigenen Order „sich bei Reden kurz zu fassen“ treu bleibend, lud er alle Versammelten anschließend zum gemeinsamen Feiern ein. Bei bestem Sommerwetter wartete die Getränke-Bar mit kühlen Erfrischungen auf, und zudem stillte eine Vielfalt an deftigen und süßen Speisen den größten Hunger. Zwei riesige Hüpfburgen und Kinder-Hot Dogs beschäftigten die jüngsten Gäste, während die belgische Band „Piccolo“ für musikalische Unterhaltung ihrer Eltern und Großeltern sorgte.

 

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