Jülich - Christen machen Pilgerstation auf Weg zum Gipfel der Sophienhöhe mit

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Christen machen Pilgerstation auf Weg zum Gipfel der Sophienhöhe mit

Von: ptj
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Höhepunkt des traditionellen Kreuzweges auf die Sophienhöhe ist der gemeinsame Abschluss am Gipfelkreuz. Foto: Jagodzinska
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Simon Diercks, Pastor der freien evangelischen Gemeinde, veranschaulicht effektvoll den Begriff „Himmelsleiter“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum 31. Mal in Folge machte sich eine große Menschenmenge am Karfreitag mit dem Pilgerkreuz auf den steilen Weg zum Gipfelkreuz der Sophienhöhe. Insgesamt sieben Mal machten die Christen aus dem Jülicher Land Halt, um poetische Bilder, Zeichen und Symbole rund um das Kreuz Christi zu deuten und auf die eigene Lebenssituation zu übertragen.

Denn: „Das Kreuz hängt bei jedem hinter der Tür!“ Diese Formulierung einer älteren Frau diente den Organisatoren aus der Gemeinde St. Rochus als Motto. Also „nehmen wir sozusagen einmal das Kreuz hinter unserer Tür ab und tragen es bis zum Gipfel, damit es für alle sichtbar wird. Das Leiden der Menschen und das Leiden auf der Welt ist manchmal kaum auszuhalten, wäre unserer Kreuz nicht auch das Kreuz Christi“, betonte Pfarrer Konny Keutmann in seiner Einführung. Leiten ließen sich die evangelischen und katholischen Christen von dem alten Kirchenlied „Oh, du hochheilig Kreuze“, dessen Entstehung in das ausgehende 16. Jahrhundert zurückreicht.

Dem „Stab der Pilger“ widmeten sich die Pilger an der ersten Themenstation. Sie regten an, „das Kreuz bewusst anzunehmen“, dabei diene „der Stab als Stütze für uns Pilger“. Zum besseren Verständnis diente eine Geschichte eines Mann, der sich bei Jesus über die Last seines Kreuzes beklagte. Jesus ließ ihn unter vielen wählen, doch schließlich nahm der Mann wieder sein gewohntes Kreuz auf sich.

Die Kommunionkinder hatten die zweite Themenstation vorbereitet, die Brücke, die „die eine mit der anderen Seite verbindet“. Zwischen Gott und den Menschen steht die Sünde. „Trotzdem hat Gott es nicht zugelassen, dass die Sünde uns ewig trennt. Jesus hat immer wieder Brücken gebaut“.

Erhöhung in der Erniedrigung

Auf biblische Beispiele wie den Zöllner Zachäus oder den blinden Bartimäus folgte eine Geschichte von zwei immer mehr zerstrittenen Freunden, die schließlich Steine über eine überflutete Straße zueinander bauen. Thema der Frauengemeinschaft an der dritten Themenstation war der „Himmelsschlüssel“. Die Frauen ermunterten zu bejahen, „dass Gott uns immer wieder durchkreuzt und aus der Bahn wirft“. Denn: „Das Kreuz weist uns den Weg“.

Zur vierten Themenstation zum „Siegeszeichen“ hatten sich die Firmanden Gedanken gemacht. Sie empfanden Christi Tod und seine Grablegung aus Sicht des Gekreuzigten nach und folgerten: „Das Kreuz ist eines der furchtbarsten Todesinstrumente, steht aber auch für Sieg und Königreich. In der tiefsten Erniedrigung ist Erhöhung“. Dabei vergaßen sie nicht, Kreuze Jugendlicher zur Sprache zu bringen, wie etwa Stress im Schulalltag oder zerbrochene Familien. Sehr kreativ zeigte sich erneut die Freie Evangelische Gemeinde zu ihrem Thema „sichere Leiter“.

Zur besseren Veranschaulichung hatte ein Gemeindeglied tatsächlich eine alte verschmutzte Klappleiter den Berg hochgetragen. Zur Auslegung diente die Geschichte vom Traum Jakobs von der Himmelsleiter, deren Spitze den Himmel berührt, und auf der Engel Gottes auf- und niedersteigen. Pastor Siemon Diercks nahm den Faden vom „Kreuz hinter jeder Tür“ wieder auf und verglich die Kreuze mit denen in Jakobs Familie, wo es Betrug, Drohungen, Streit und nahenden Tod gab.

Die Folge: „Jakob haut ab“ und schaut schließlich die Himmelsleiter hinauf. Der Pastor mit einer Größe von mehr als zwei Metern stieg auf die Leiter, die er symbolisch als „unsere Himmelsleiter, unsere Rolltreppe zum Leben“ bezeichnete. „Am Karfreitag kommt Jesus herunter, tiefer als irgendwer sonst. Gottes Leiter reicht bis zu Ihnen“. Traditionell versammelten sich die Gläubigen mit ihrem Pilgerkreuz, das nunmehr mit den fünf Leitthemen versehen war, zum Abschluss am Gipfelkreuz. Pfarrer Keutman las die letzte Station „Jesus stirbt am Kreuz“, dann trat andächtige Stille ein.

Nach einem gemeinsamen Vaterunser und dem Gebetsanliegen, „auf die Kreuze unseres Lebens zu schauen“, stiegen die Teilnehmer wieder hinab, dem nahenden Fest der Auferstehung entgegen.

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