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„Café Gemeinsam“: Ein wärmender Ort im Herzen der Stadt

Von: Arne Schenk
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Sie setzen sich für das „Café Gemeinsam“ mitten in Jülich ein (v.l.): Dr. Peter Nieveler, Dieter Bürger, Herbert Hamann, Propst Josef Wolff, Liesel Koschorrek, Pfarrer Horst Grothe und Pfarrer im Ruhestand Dr. Thomas Kreßner. Foto: Schenk

Jülich. „Etwas Warmes braucht der Mensch“ hieß es einmal werbewirksam. Wärme für Leib und Seele bietet für Menschen in prekären Lebenssituationen das „Café Gemeinsam“ in Jülich. Fünf Partner, darunter die Pfarrei Heilig Geist und der evangelische Kirchenkreis Jülich, haben über zwei Jahre das Projekt vorbereitet, das im Juni Eröffnung feiern soll.

 Zur Finanzierung haben mehrere Institutionen einen Beitrag geleistet – auch „Menschen helfen Menschen“, die Hilfsaktion unserer Zeitung.

In der Stiftsherrenstraße 9 der Herzogstadt Jülich können Betroffene Gleichgesinnte treffen, um sich auszutauschen und zusammen in gemütlicher Atmosphäre ein Heißgetränk zu schlürfen, das vermittelt bereits der Name der neuen Stätte. Zur Zielgruppe zählen Bürger aus Jülich und Umgebung, die aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit kaum noch auf finanzielle oder persönliche Ressourcen zurückgreifen können.

Erhebliche Probleme resultieren bei ihnen aus sozialer Isolation und Einsamkeit, dem Gefühl der Wertlosigkeit sowie der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Menschen, die bewusst auf der Straße leben wollen, sind dabei voraussichtlich kaum vertreten, berichtet Diplom-Sozialpädagoge Dieter Bürger, der bereits das ähnlich strukturierte Café Lichtblick in Düren leitet und die Koordination des Jülicher Projekts übernommen hat.

„Die Grauzone ist viel größer.“ Darunter seien Menschen, die vielleicht eine Wohnung, aber kein Geld für Strom oder Heizung haben oder sich keine Waschmaschine leisten können. Das Café Gemeinsam bietet so eine Anlaufstelle, in der Betroffene über ihre Probleme sprechen können. Natürlich ist eine Beratung inbegriffen. „Wir bieten eine Begleitung zu den offiziellen Stellen an“, unterstreicht Liesel Koschorreck, 2. Vorsitzende des Vereins In Via und Stellvertretende Landrätin. Aber auch eine Kontoführung für Menschen, die über kein eigenes Konto verfügen, sei möglich, erklärt Dieter Bürger.

Da die sozialpädagogische Kompetenz in der Beratung über In Via – einem Fachverband der Caritas und seit 1993 in der Wohnungslosenhilfe tätig – läuft, wie Dr. Thomas Kreßner, Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Jülich erklärt, sorgt der Verein auch für die Besetzung der geplanten Personalstelle, die mindestens an drei Tagen in der Woche vor Ort sein soll. Zusätzlich ist für den gleichen Zeitraum eine Küchenkraft vorgesehen. Um eine möglichst lückenlose Betreuung zu gewährleisten, werden Ehrenamtliche gesucht, „die die Menschen hoffentlich liebevoll annehmen, aufnehmen, begleiten und ihnen vielleicht weiterhelfen mit Rat und Tat“, betont Dr. Kreßner.

51 000 Euro kostete der Umbau inklusive Honorar für den Architekten Peter Brunsch. Aufgebracht wurden die Gelder vor allem durch Spenden und Kollekten. Die laufenden Personal- und Betriebskosten werden durch die Partner Pfarrei Heilig Geist Jülich, die Evangelische Kirchengemeinde Jülich, das Diakonische Werk des Kirchenkreises und das Christliche Sozialwerk Jülich aufgebracht. Der Verein In Via beteiligt sich als Projektkoordinator durch eine halbe Personalstelle. Mitte Juni soll das Café Gemeinsam eröffnen, wenn die Umbauarbeiten beendet sind.

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