Jülich - „Café Gemeinsam“: Ein Lichtblick mitten in Jülich

„Café Gemeinsam“: Ein Lichtblick mitten in Jülich

Von: Volker Uerlings
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Ein Lichtblick in der Stiftsherrenstraße Nr. 9: Hier soll im „Café Gemeinsam“ eine Anlaufstelle für Wohnungslose entstehen. Foto: Uerlings

Jülich. Verglichen mit den Lebensverhältnissen in anderen Teilen der Erde mag der Begriff „Armut“ in Deutschland relativiert werden können. Denn: Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ganz sicher gehören Wohnungslose zu den Ärmsten dieser Gesellschaft. Und wer noch ein Dach über dem Kopf hat, aber die hohen Strompreise nicht mehr zahlen kann, ist sicher auch arm dran. Kurzum: Es gibt genügend Menschen, die vom sozialen Netz nicht aufgefangen werden oder anderen nicht zur Last fallen wollen, aber so gut wie nichts haben.

Für sie wird es 2013 mitten in Jülich einen Lichtblick geben. Mit viel Energie wollen fünf Partner dafür sorgen, dass es eine Anlaufstelle gibt: das Café Gemeinsam. Hier sollen Frauen und Männer in Not oder Einsamkeit kurz Station machen können und für ein paar Stunden menschenwürdig leben dürfen. Mit Dusche, mit Toilette, mit Heizung, mit einer Tasse Kaffee, mit einem Imbiss und der Möglichkeit, das Hab und Gut zu waschen, das sie am Körper tragen.

Eine solche Einrichtung mit dem Namen „Café Lichtblick“ gibt es in Düren, wo der Bedarf bewiesen ist. Und in Jülich? „Hier wäre es der letzte Punkt, der im sozialen Netz der Stadt noch fehlt. Und es gibt auch hier Personengruppen, denen es echt schlecht geht“, lässt es Doris Vogel nicht an Deutlichkeit vermissen. Die Leiterin des Sozialamtes begleitet nach Kräften das Projekt „Café Gemeinsam“, das von der evangelischen Kirchengemeinde Jülich, der katholischen Pfarrei Heilig Geist Jülich, dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises, dem Christlichen Sozialwerk Jülich zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und von In Via Düren-Jülich betrieben wird. In Via trägt auch die Dürener Einrichtung und kann als Fachverband der Caritas in der Wohnungshilfe sein Knowhow beisteuern.

Ein geeigneter Ort ist gefunden: In der Stiftsherrenstraße 9 besitzt die Propsteipfarre eine leerstehende Wohnung mit ebenerdigem Zugang. Sie müsste allerdings für viel Geld saniert und nach „Recht und Gesetz“ hergerichtet werden. Das kostet nach einer Schätzung 45.000 Euro. Die Kooperationspartner selbst haben zwar das Geld zusammen, um das „Café Gemeinsam“ zu betreiben und personell auszustatten, die Mittel für die Instandsetzung aber fehlen. „Der Klotz ist die Anschubfinanzierung“, sagte Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz in Jülich bei einem Projekttreffen, dem der evangelische Pfarrer i.R. Thomas Kreßner energisch beipflichtete.

„Menschen helfen Menschen“, das Hilfswerk unserer Zeitung, bittet um Unterstützung für das „Café Gemeinsam“. Unter der Kontonummer 776666 (Sparkasse Aachen, BLZ 39050000) werden Spenden unter dem Stichwort „Lichtblick Jülich“ entgegengenommen. „Menschen helfen Menschen“ arbeitet ehrenamtlich und wendet keinen Cent für Verwaltung auf. Alle Gelder, die eingehen, kommen dem Projekt zugute.

Wer dem Projekt als Betrieb oder Ehrenamtler helfen möchte, wende sich per E-Mail an: thomas_kressner@t-online.de.

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