Bürgerinitiative demonstriert: Trinkwasser gefährdet

Von: jago
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Die „Inofrack – Initiative No Fracking Inde-Rur-Wurm“ fand mit ihrem Informationsstand in Jülich großen Zuspruch. In der Mitte die Aktivistin Marita Boslar. Foto: Jagodzinska

Jülich. Gegen das Fracking, die Gewinnung von Schiefergas, bei dem mit Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck die Lagerstätte aufgebrochen wird, hat die Bürgerinitiative (BI) „Inofrack – Initiative No Fracking Inde-Rur-Wurm“ in der Jülicher Innenstadt demonstriert.

An einem Informationsstand sammelte die BI am Samstag Unterschriften gegen dieses Förderverfahren. Fracking „führt zu katastrophalen Gesundheitsgefahren und Umweltschäden“. Die Gefahr von Erdbeben und eine völlig ungeklärte Entsorgungsproblematik des teilweise radioaktiven Flow-Backs seien nur einige Folgen.

Bis zu 80 Prozent der Frackflüssigkeit verbleibe jedoch im Boden. Durch die Kapillarwirkung könnten die Chemikalien dann ins Grundwasser gelangen, hieß es.

Unterstützt wurde die BI in Jülich tatkräftig von Mitgliedern der Organisationen „attac Inde-Rur“, „Terre des hommes“ und „Konsum um jeden Preis.“

Gelobtes Land

Bereits am Dienstag war die Initiative in Aachen zur Vorführung des US-Films „Promised Land“ mit Matt Damon aktiv und hatte dort großen Zuspruch erhalten. Der Film stellt am Beispiel einer amerikanischen Kleinstadt die Frage „Was wird aus dem Land, wenn die Bodenschätze Geschichte sind?“ Es darf erst gar nicht soweit kommen, dass diese Frage akut wird, darin sind sich über 1000 Bürgerinnen und Bürger, die den Aufruf in Jülich unterzeichneten, mit den Aktivisten einig.

„Wir sind überrascht, dass die Bereitschaft der Interessierten hoch war, sofort zu unterschreiben und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, stellte Marita Boslar, Mitbegründerin der BI auf dem Informationsstand als Resumée fest. Dabei fiel besonders auf, dass viele sich bereits über das Thema und die damit verbundenen Gefährdungen informiert haben.

Gesammelte Unterschriften

„Wir haben Stellungnahmen von politischen Entscheidungsträgern aller Fraktionen, die unseren Argumenten folgen. Scheinbar ist man sich der Verantwortung bewusst, dass nicht Lobbyisten über die Zukunft unseres Trinkwassers entscheiden dürfen“, erwähnten die inofrack-Vertreter am Informationsstand, Marita und Guido Boslar und Alexander Passadakis. Die Unterschriftenliste wird in etwa zwei Wochen den Bundes- und Landtagsabgeordneten im Kreis Düren im Wahlkreisbüro überreicht.

„Dies soll auch eine Gedankenstütze sein, damit nach den Wahlen im Herbst bei den Politikern nicht urplötzlich aus Zustimmung Lippenbekenntnisse werden“, bemerkte Guido Boslar und kündigte weitere Aktionen an.

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