Bürger: Angenagte Stämme könnten Spaziergänger erschlagen

Von: gep
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Ganze Arbeit geleistet: In einem Altarm der Rur bei Barmen haben Biber diesen Baum gefällt. Foto: hfs.

Jülich. Es ist mittlerweile ein vertrautes Bild an der Rur und ihren Seitenzuflüssen: zur Hälfte angenagte Bäume und größere Mengen heller frisch geschälter Holzstücke.

Hier hat sich nach über 100 Jahren der streng geschützte Biber wieder angesiedelt. In Barmen ist jetzt die Befürchtung aufgekommen, dass angenagte Stämme bei Sturm „Menschen erschlagen könnten”. Abgesehen, davon, dass die Waldschäden auch kostenmäßig zu Buche schlagen würden. Auch könnten die Biberdämme bei Hochwasser zu Überflutungen führen, äußert ein Barmener Bürger seine Sorgen über den sich sich ausbreitenden „Schädling” Biber, der „nicht hierher gehört”.

Robert Helgers vom Tiefbauamt der Stadt Jülich und Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) versichern hingegen, dass „stets entsprechende Maßnahmen ergriffen”, damit Gefährdungen ausgeschlossen werden könnten. Das erforderte schon die behördliche Verkehrsicherheitspflicht. So sei, schildert Seiler, kürzlich an der Meyburg-Insel ein Rohr in einen Biberdamm eingelegt worden, um den Durchfluss zu erhöhen. Und im Südkreis bei Echtz habe der WVER einen Damm in einem Teich geöffnet, um die Straßenentwässerung zu gewährleisten. Dies geschehe dann in Rücksprache mit dem Kreis Düren und der Biologischen Station in Nideggen.

Damit die Eingänge der Biberburgen, der Wohnung der Nager, sicher vor Fressfeinden unter dem Wasserspiegel liegen, bauen die Biber Dämme aus Ästen, Zweigen, Blättern und Schlamm, um das Wasser zu stauen. „Wenn Gefahr im Verzug ist, dann handeln wir”, sagt auch Robert Helgers. Der Bauhof „ist dran”.

Regelmäßige Kontrollen

Regelmäßig fänden Kontrollen statt. Natürlich sei man aber auch auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen. Die städtische Verkehrssicherungspflicht gelte aber nicht für „wilde Wege”, erläutert Helgers. Spaziergänger, Jogger und Radler sollten schon auf den regulären Wegen bleiben. Das Barmener Driesch etwa, so Seiler, sei ein Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet. Wer es betrete, handele auf eigene Verantwortung.

Die Biber „ bringen ein Stück ursprünglicher Natur zurück in die vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Zahllose Tierarten profitieren davon”, verteidigt die Biologischen Station die vor rund 30 Jahren gestartete Wiederansiedlung des bis zu 28 Kilogramm schweren Nagetiers. Eingeräumt wird aber auch, dass gefällte Obstbäume, Biberbaue in Uferdämmen oder auf Weidezäune gefallene Bäume Bürger „verärgern” könnten. Wie Seiler erläutert, können forstlich wertwolle Bäume mit einem Anstrich aus Sand („Das knirscht zwischen den Zähnen”) oder mit Drahtmanschetten geschützt werden. Es müssten eben „vernünftige Kompromisse” gefunden werden. Und Hinweise aus der Bevölkerung zu Problemen an der Schnittstelle Mensch/Biber seien „immer willkommen”.
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