„Bühne 80” begeistert mit Wallace-Klassiker

Von: ptj
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Neben Lord Willie bemühen sich (v.l.) Chief-Inspector Tanner, Lady Lebanon, Butler Gilder, Sergeant Totty und Isla Crane um Fassung.

Jülich. „Warum haben die Lebanons einen amerikanischen Butler und einen Leibarzt mit krimineller Vergangenheit? Was verbirgt sich hinter der stets verschlossenen Tür im oberen Stockwerk?” Diese und andere Fragen stellten sich Chief-Inspector Bill Tanner (Peer Kling) und Detective Sergeant Totty (Michael Ruhrig) gemeinsam mit den zahlreichen Besuchern der gelungenen Premiere der Aufführung von „Das indische Tuch” (Edgar Wallace).

Die Jülicher Theater-Gruppe „Bühne 80” brachte hier wohlgemerkt das weniger bekannte Bühnenstück, das die Vorlage für den bekannten Fernsehkrimi lieferte, auf die Bühnenbretter der Stadthalle.

Um es vorweg zu nehmen: Es lohnte sich durchaus, den „etwas düsteren Krimi dem lauen Frühlingswetter vorzuziehen”, wie Regisseur Dr. Christoph Fischer anfangs seiner Freude über die vielen Zuschauer Ausdruck verlieh.

Im Stammschloss der Lebanons, „Marks Priory” versucht die arrogante Lady Lebanon (Bärbel Betz-Philipps) aus uraltem englischen Adel zum Unverständnis ihres Sohnes Lord Willie (Thomas Weitz) krampfhaft, die Familientradition fortzuführen. Deshalb will sie ihn mit der entfernten Verwandten Isla Crane (Marie Alefeld) zwangsverheiraten, die sie als Sekretärin beschäftigt.

Diese, eingeschüchtert und äußerst nervös, ist davon genauso wenig angetan wie der Lord, der mit dem starken Geschlecht liebäugelt, unter anderem mit Chauffeur Studd (Wolfgang Schulz). Studd ist erstes Opfer des unheimlichen indischen Tuchmörders. Sein Todesröcheln unmittelbar nach der Präsentation seines indischen Kostüms für den abendlichen Kostümball im Publikum ist hautnah erlebbar.

„Bühne 80”-Vorsitzende Claudia Cormann-Wiersch führt sodann oben genannte Yard-Experten durchs Publikum auf die Bühne, die dort souverän ihr Debüt feiern. Weitere Morde können sie während ihrer Ermittlungen zunächst nicht verhindern.

Ihre „Lektion 1” heißt: „Der Butler ist nicht immer der Mörder”. Auf den grimmigen Butler Gilder (Josef Cröngen), der immer aus dem Nichts auftaucht und der wie der schmierige Hausarzt Dr. Amersham (Andreas Hardt) eine unerklärliche Macht auf „Marks Priory” zu haben scheint, wird ebenfalls ein Mordversuch verübt. Weiter verdächtig ist der aufbrausende Gärtner und Parkwächter John Tilling (Albert Junker), der zudem höchst eifersüchtig auf die Affären seiner Frau Joan (Petra Schwarz) reagiert.

Das höchst ausdrucksvolle und lebendige Spiel der Routiniers, Veteranen und Debütanten wurde wiederholt mit Szenenapplaus oder Gelächter nach der einen oder anderen Prise englischen Humors belohnt. Bühnenbild-Details wie „echter” Rauch und der Duft nach Pfeifentabak immer nach Anstochern des Ofens verstärkten die Lebendigkeit. Donnernder Applaus belohnte alle Akteure für ihre beeindruckende Leistung auf und hinter der Bühne.

Weitere Aufführungen von „Das indische Tuch” des Ensembles der Jülicher „Bühne 80” sind am Freitag/Samstag, 27./28. März, zu sehen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr in der Stadthalle Jülich.
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