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Brutale Tierquälerei: Kripo fasst Verdächtige

Von: hfs.
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Eine lange Liste von Sachbesch
Eine lange Liste von Sachbeschädigungen - hier ein Kassenhäuschen im Park - haben die jugendlichen Täter auf dem Kerbholz. Foto: Horrig

Jülich. Fast drei Monate lang musste sich die Kriminalpolizei in Jülich mit einer ganzen Serie von Tier-Diebstählen, Sachbeschädigungen und grausamen Tierquälereien beschäftigen.

Kleintierzüchter waren empört, erstatteten Anzeigen oder wandten sich an die Redaktion. Jetzt führten die langen und intensiven Ermittlungen der Polizei endlich zum Erfolg. Am Donnerstag wurden drei Tatverdächtige festgenommen.

„Wer kann nur so grausam sein? Wer tut so etwas.” Mit tränenerstickter Stimme schilderte ein 83-jährige Rentner aus Jülich den zum Tatort gerufenen Polizeibeamten, was er beim Betreten seines kleinen Tiergeheges in der Jülicher Innenstadt vorgefunden hat.

Hatte der den ersten Einbruch nicht angezeigt - es waren Tauben entwendet worden - änderte sich dies beim zweiten ungebetenen Besuch. Zerstörte Volieren, Wellen-und Nymphensittiche, denen buchstäblich der Hals umgedreht worden war und totgetretene Hühner verwandelten den Tatort in ein Schlachtfeld.

„So etwas an Tierquälerei ist schon außergewöhnlich. Das zeigt, dass die Täter absolut keine Hemmungen hatten”, meinte ein ermittelnder Beamter, der auch über die Dreistigkeit der Täter erstaunt war. Die statteten dem Kleintierzüchter aus Jülich nämlich noch einen dritten Besuch ab, töteten diesmal Tauben und entwendeten Kaninchen.

Dass es nun zu den Festnahmen kam, ist Kommissar Zufall zu verdanken. Zu einer Schlägerei unter Jugendlichen auf dem Parkplatz des Real-Marktes, an dem vier Personen beteiligt waren, wurde auch die Polizei gerufen.

Im Laufe der Ermittlungen zu diesem Vorfall stellte sich heraus, dass einer der Tatverdächtigen - es handelt sich um einen 16-Jährigen, seinem 22 Jahre alten Bruder aus der Jülicher Innenstadt und zwei weiteren Heranwachsenden - im Freundeskreis über die Einbrüche und Tierquälereien geplaudert hatte. Daraufhin wurde dieser von Mittätern vor dem Verbrauchermarkt vermöbelt.

Bei den Vernehmungen wurde schnell klar, dass die Schläger mit insgesamt sechs Fällen von Tierdiebstählen im Zeitraum von Ende Juli bis Mitte August in Zusammenhang gebracht werden konnten. Und damit kamen sie auch für die Tierquälereien in Frage, bei denen die Tiere mutwillig tot getreten, mit dem Messer verletzt oder zerfetzt wurden.

Da versucht worden sei, so teilt die Polizei weiter mit, auf Zeugen und Beweismittel einzuwirken, wurden zwei Wohnungen durchsucht und drei Tatverdächtige festgenommen. Bei deren Vernehmung kam heraus, dass die mutmaßlichen Täter auch in vier Fällen vom Gelände des Brückenkopf-Park Tiere entwendet und dann misshandelt hatten.

Schul-Hühner und eine Gans

Auch waren die Jülicher Jugendlichen offenbar für den Diebstahl der Hühner und einer Gans in der GGS Nord an der Berliner Straße verantwortlich. Tiere, die besonders den kleinen Grundschülern ans Herz gewachsen waren, für die sie sich verantwortlich fühlten, wie der Hausmeister nach dem Diebstahl schilderte.

Noch vor dem ersten Schultag sind die Hühner ersetzt worden, der Schule wurden sie von einem Tierfreund geschenkt. Eine neue Gans konnte bisher noch nicht angeschafft werden. Die alte war qualvoll verendet - die rüden Burschen hatten ihr Grillanzündern in den Hals gesteckt und dann angezündet - im Zitadellengraben gefunden. Den Hinweis hatte einer der Tatverdächtigen gegeben.

Auf das Konto der Beschuldigten geht zudem ein Einbruch in das Café am Lindenrondell und ein Einbruchsversuch in die Pommesbude des Brückenkopf-Parks. Weitere Sachbeschädigungen wie die Brandstiftung an zwei Toilettenhäuschen sowie mutwillige Beschädigungen von Laternen und Ampelanlagen haben die mutmaßlichen Täter ebenfalls auf dem Kerbholz.

„Einer der Festgenommen stockte bei der Beschreibung der Tiermisshandlungen und war über sein eigenes Verhalten offenbar schockiert”, berichtete Polizeisprecher Willi Jörres auf Anfrage. Er ergänzte, dass dieser Tatverdächtige bei der Vernehmung ausgesagt habe, „dass er seit Wochen nicht mehr schlafen könne.” Der heranwachsende Haupttäter äußerte sich indes nicht zu den Tierquälereien. Alle drei Festgenommenen sind bei der Polizei bekannt und erheblich vorbelastet.

Dem Haftrichter vorgeführt

Der mutmaßliche Haupttäter wurde mittlerweile dem Haftrichter in Düren vorgeführt, um über die Untersuchungshaft zu entscheiden. Die beiden anderen geständigen Personen wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach den Vernehmungen wieder entlassen.
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