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Brückenkopf-Park: Über verbesserte Jahreszahlen und einen neuen Bau

Von: Volker Uerlings
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Im Schichtbetrieb bis zum Aben
Im Schichtbetrieb bis zum Abend entsteht das erste „Drittel” des Jugendgästehaus-Komplexes. Foto: Uerlings

Jülich. Der Brückenkopf-Park hat schon bessere Zeiten gesehen. Die vor allem auf Familien ausgerichtete Freizeiteinrichtung vor den Toren der Herzogstadt hat im zu Ende gehenden Jahr ihre Bilanz zwar gegenüber dem „Regen-Jahr 2010” verbessern können, aber auch kein Spitzenergebnis eingefahren.

Gut 193.000 Gäste machten dem Gelände mit Denkmal und Zoo ihre Aufwartung. Das sind knapp 17.000 Menschen mehr als vor zwölf Monaten, aber auch der zweitniedrigste Wert in den letzten sechs Jahren. Das ist für die städtische GmbH auch ein ernsthaftes finanzielles Problem, denn sie wird mit städtischen Zuschüssen von mehr als einer halben Million Euro im Jahr subventioniert, die „gedeckelt” sind - also gleich bleiben, auch wenn weniger Leute an den Kassenhäuschen eine Karte lösen. Die Chefin am Brückenkopf, Dr. Dorothee Esser, sieht der Zukunft dennoch deutlich optimistisch entgegen, denn das Jugendgästehaus verheißt bessere Zeiten.

„Im Januar steigen wir in die Verhandlungen ein und werden alle Fragen im Rahmen eines Betreibervertrages klären”, ist sie von einer gedeihlichen Zusammenarbeit mit der Jufa GmbH überzeugt. Die wird das Gästehaus betreiben und rechnet mit zigtausend Übernachtungsgästen im Jahr. Für jeden von ihnen dürfte es einen festen Obolus geben, mit dem die Touristen Eintritt in den Park erhalten. Das dürfte sich läppern, denn der künftige Betreiber Jufa glaubt mittelfristig an 25.000 Übernachtungen in seiner Jülicher Einrichtung, wie Geschäftsführer Gernot Reitmaier öffentlich erklärt hat - mehrfach.

Bevor aber Übernachtungstouristen Jülich ansteuern, endet aus Sicht der Park-GmbH eine Ära, die schon viel früher hätte beendet werden können. Die Mitarbeiter der städtischen Gesellschaft, die sich nicht nur um den Brückenkopf-Park, sondern auch die Kultur in Jülich kümmern, dürfen dann aus einem Dauer-Provisorium in inzwischen morschen Containern in ein modernes Haus umziehen. Mit ihnen zieht dann auch der gesamte Eingangsbereich des Brückenkopf-Parks in Richtung Bildungshaus. Das ist der Bau, der gerade im Zwei-Schicht-Betrieb von morgens 6 bis abends 22 Uhr im Eiltempo wächst. Dieses Gebäude ist quasi das erste Drittel des dreigliedrigen Gästehauskomplexes. Dorothee Esser und ihr Team können vom Fenster aus verfolgen, wie die berufliche Heimat ab Februar 2013 entsteht.

Neben Bildungshaus und einem langen, rechteckigen Haus für Übernachtungstouristen setzt die Park-Geschäftsführerin ihre Hoffnungen natürlich in den „Energie-Erlebnis Pavillon”. Der hört sich zwar wie ein Garten-Nebengebäude an, ist aber ein ziemlicher Brocken, der vielen Menschen, die den Park besuchen, bei Regen oder im Winter für Stunden ein Dach über dem Kopf bietet. Das war ein Herzenswunsch von Esser & Co.: „Wir schaffen da ein Unikat, das es so in der gesamten Region nicht gibt!”

Spannend spielen

Der Pavillon bietet vor allem jungen Gästen die Möglichkeit, ihre Körper-Energie zu entladen, denn sie werden bis unters Dach in einigen Metern Höhe kraxeln können. Doch darüber hinaus soll der architektonisch auffällige Bau etliche Stationen enthalten, die Besucher informieren, fesseln und mitmachen lassen - „Erlebnispädagogik” mit Aha-Effekt. Oder mit den Worten von Dorothee Esser: „Spannendes Lernen und Spielen”, immer zum Thema der Region Jülich, Energie. Auch dieser Bereich könnte die Besucherzahlen des Parks verbessern helfen. In welcher Höhe ist aber nur sehr schwer einzuschätzen. Das steht und fällt mit dem Angebot und der Mund-zu-Mund-Propaganda.

Das alles ist Zukunftsmusik, die aber schon leise zu hören ist. Sie ist nicht ganz billig. Die Stadt Jülich, die Stadtwerke Jülich, der Kreis Düren und die Indeland-Gesellschaft lassen sich das Projekt insgesamt 5,4 Millionen Euro kosten, während Jufa als privatwirtschaftliches Unternehmen 2,7 Millionen Euro beisteuert. Das sind zusammen 8,1 Millionen Euro und damit eine Menge „Holz”.

Auf eine einfache Frage, nämlich „Warum?”, antwortet die Park-Chefin perspektivisch. „Die Stadt hat sich 1999 mit dem Brückenkopf-Park entschlossen, dauerhaft eine Freizeit- und Erholungsstätte zu errichten. Damit hat man meines Erachtens einen Weg beschritten, den man nicht stoppen kann. Und dazu gehört es eben auch, Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Bislang hatten wir den Park als Tagesziel. Mit dem Gästehaus ziehen wir Menschen über mehrere Tage hierher, die dann auch das Geld in Jülich und der Region lassen. Das ist für mich ein Meilenstein in der touristischen Entwicklung dieser Stadt.”

Und Dr. Esser hält den Gästehaus-Komplex nur für den ersten, dem weitere folgen sollen: „Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn auch das Schwimmzentrum kommen würde!” Dessen Zukunft in Jülich ist aber nach wie vor ungewiss.

Reeller Hoffnungsträger ist der Gästehauskomplex, auf den man nicht mehr lange warten muss. Sollten sich dann die Erwartungen erfüllen und konstant mehr zahlende Gäste zu verbuchen sein, kann es mittelfristig Spielraum geben, die Freizeiteinrichtung mit der Politik der kleinen Schritte in Schuss zu halten und auszubauen. Dorothee Esser würde gern jedes Jahr eine große neue Attraktion bieten, aber dafür fehlt schlicht das Geld, wenn man nicht an der Eintrittspreisschraube drehen will.

„Wir haben uns 2011 gegenüber dem Vorjahr verbessert, obwohl der Sommer verregnet war und obwohl einige Großveranstaltungen verregnet waren. Mit dem guten Wetter im Herbst sind die Zahlen regelrecht explodiert. Das beweist nach meiner Ansicht, die aber auch Kollegen von vergleichbaren Anlagen teilen, wie abhängig wir vom Wetter sind”, interpretiert die Geschäftsführerin das vorläufige Jahresergebnis. Und wenn zum Park-Fest im Herbst 12.000 Menschen pilgern, sei das ein Beleg dafür, dass „das Angebot stimmt”.

In Zukunft wird der Park auch den Brückenkopf-Zoo behutsam, aber stetig ausbauen, um bei schlechter Witterung oder im Winter neben dem Pavillon ein zweites Besuchsziel anbieten zu können. Nur von einer Vorstellung müssen sich die Menschen kurzfristig verabschieden: Großveranstaltungen aus den Anfangsjahren à la Udo Jürgens oder Montserrat Caballé kann es auf der Hauptbühne nicht mehr geben, weil das Risiko zu groß ist, dass bei Regen nicht genügend Menschen kommen. Im kleineren Rahmen bietet die Bühne unter der Zeltkuppel weiter Unterhaltung, so lange die Außenhaut keine Risse bekommt.
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