Briefmarken-Sammeln: Mit den kleinen Gezähnten ins Weltall

Von: Britta Sylvester
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Philatelistin Anette Hecker-Köhler macht sich ein Bild vom Fortgang des Wettbewerbs. Foto: B. Sylvester

Jülich. Es gibt Fußball- und Schwimmvereine, auch Brieftaubenzüchter und Wanderfreunde tun sich in gemeinnützigen Vereinen zusammen. Dass es auch Briefmarkensammlervereine gibt, mag in Vergessenheit geraten zu sein. Auch in Jülich gibt es eine Briefmarken-Sammler-Vereinigung, und zwar bereits seit 1959.

Am Wochenende gingen Jülichs Jung-Philatelisten mit ihrem Hobby an die Öffentlichkeit und stellten ihre gesammelten Werke, oder doch zumindest einen kleinen Teil davon, im Jufa-Gästehaus am Brückenkopf-Park vor. Doch damit nicht genug, erläutert Heinz-Peter Claßen, erster Vorsitzender der Vereinigung: „Wir haben hier auch einen Stiftungswettbewerb. Dabei wird das Thema vorgegeben.“

Forschung und Technik

In Jülich, das sich die Forschung seit langem zum Thema erkoren hat, lautete dieses naturgemäß „Forschung und Technik“. Folgerichtig hatten sich die beteiligten Jugendlichen diesem Schwerpunkt sammelnd gewidmet und ganze Stellwände zu unterschiedlichen technischen Ausprägungen zusammengestellt.

Dabei durfte die thematische Ausrichtung durchaus ein wenig „abgehoben“ sein. So fand sich eine Sammlung, die sich ausschließlich dem von Gene Roddenberry kreierten Star Trek-Universum widmete und beispielsweise Captain Kirk und seine Mannschaft auf Briefmarken gebannt zur Schau stellte.

Dabei galt: Egal welches Thema, mindestens zwölf Blätter mussten zusammengetragen worden sein. Auf diesen Blättern sind nicht nur die eigentlichen Marken zu sehen, auch Stempel, Briefe und sogar die zugehörigen Belege gehören zu einer solchen Sammlung.

Mannschaftsmeisterschaft

Strengen Vorgaben folgen auch die Philatelisten-Meisterschaften, die ebenfalls in Jülich ausgetragen wurden. Wer sich in der deutschen Mannschaftsmeisterschaft Junger Briefmarkenfreunde messen wollte, musste mehrere Hürden nehmen. So bestand ein Teil des Wettbewerbs darin, innerhalb von zwei Stunden zu einem vorgegebenen Thema aus zur Verfügung gestelltem Material eine inhaltlich schlüssig gegliederte Sammlung zusammenzustellen. Auch ein Quiz mussten die Jugendlichen an diesem Wochenende absolvieren.

Die ausgestellten Sammlungen wurden ebenfalls bewertet. Mit einem Bewertungsbogen bewaffnet, schritten Klaus Goslich und Heinz Wanz die Stellwände ab, begutachteten und vergaben Punkte. „Die Bewertung erfolgt nach Altersklassen. Es wäre ja unfair, einen Elfjährigen mit einem 20-Jährigen zu messen“, erklärte Goslich am Rande.

Profunder Schirmherr

Der Stiftungswettbewerb „Forschung und Technik“ lockte auch CDU-Mann Thomas Rachel, als parlamentarischer Staatssekretär für Bildung und Forschung im Themengebiet zu Hause, und den Bürgermeister der Forschungsstadt Jülich ins Jufa-Gästehaus. Anlässlich der offiziellen Ausstellungseröffnung am Samstag verschafften sich die beiden Politiker ihr ganz eigenes Bild vom Hobby Briefmarkensammeln und seinen Facetten. Rachel übernahm zudem auch gleich noch die Schirmherrschaft über den Stiftungswettbewerb.

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