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Breitband zunächst für sechs Orte

Von: ojo
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Linnich. Der Wunsch nach mehr Geschwindigkeit ist im gesamten Stadtgebiet Linnich ausgeprägt – zumindest, wenn es um die Segnungen des digitalen Zeitalters geht. Denn noch liegen vor allem die Ortsteile weit, weit abseits der Datenautobahn mit rasanten Geschwindigkeiten von 16 MBit/Sekunde und mehr.

Das hat eindrucksvoll eine Breitband-Umfrage ergeben, die in allen Linnicher Ortschaften, ausgenommen Gereonsweiler und Ederen – dort kann schon mit Speed gesurft werden – und der Kernstadt erfolgte. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung stellte Diplom-Physiker Helmut Haag (TE Consult, Titz) die Ergebnisse vor.

726 Rückläufer hatte die Umfrage, und fast alle (92 Prozent) äußerten sich unzufrieden über die Breitbandversorgung. Dass in Hottorf und Boslar der prozentual höchste Anteil an Mobilfunk und Satellit als Zugangstechnologie zu finden ist, wertete Haag als Zeichen der katastrophalen Unterversorgung dieser Orte. Generell, so schloss der Breitbandexperte, sind in Linnichs Ortschaften so schwach versorgt – mit Nennbandbreiten von weniger als 2 MBit/s im Download –, dass „aus der Umfrage das Marktversagen festgestellt“ wurde.

Das war die Grundlage, im September diese Orte zur Versorgung durch Netzanbieter auszuschreiben. Eingegangen sind sechs Angebote, die Haag nicht als gleichwertig beurteilte. Für Körrenzig, Gevenich und Glimbach etwa lägen „sehr teuere, nicht sehr vertrauenserweckende Angebote“ vor. Für diese drei Orte empfahl er, abzuwarten, ob sich aus den Ausschreibungen für andere Ortschaften eventuelle Synergien ableiten ließen. Dem Körrenziger Ortsvorsteher Wilfried Meisen gefiel dieser Vorschlag nicht.

Mit Blick auf das Baugebiet Wiemersberg in Körrenzig mit 63 Bauplätzen sei es wichtig, einen leistungsstarken Internetzugang vorzuhalten. Meisen plädierte dafür, Körrenzig, Gevenich und Glimbach in die Gruppe der Ortschaften aufzunehmen, für die Förderanträge gestellt und städtische Mittel eingeplant werden. Die Kosten gaben in diesem Fall den Ausschlag. Haag hatte für die drei Ortschaften in etwa die gleiche Summe ausgerechnet wie für die übrigen sechs Orte.

Die Breitbandversorgung von Welz, Rurdorf, Floßdorf, Tetz, Kofferen und Boslar wird veranschlagt mit 400.000 Euro an Fördermitteln und 110.000 Euro an städtischem Geld. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung blieben die drei Problemorte zunächst außerhalb der Ausbauinitiative. Für die übrigen sechs sollen Förderanträge auf den Weg gebracht werden. Die Nutzer in Hottorf kümmert das kaum mehr. Sie werden an den Netzverteiler bei Ralshoven angeschlossen und jagen schon durchs weltweite Netz, während andernorts die Bits im Schneckentempo kriechen.

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