Bombe sorgt für Explosion der Arbeitsstunden

Von: jan
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Der Mann hat den Plan: Hans Pi
Der Mann hat den Plan: Hans Pinell, der Leiter des Jülicher Ornungsamtes, gehört dem Krisenstab an. Ziel ist es, die Evakuierung und die Entschärfung geräuschlos über die Bühne zu bringen. Foto: Jansen

Jülich. Eine kräftige Explosion hat es in Jülich schon gegeben. Seit in der vergangenen Woche im Nordviertel eine 20-Zentner-Mine aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, ist die Zahl der Arbeitsstunden vieler Menschen in der Herzogstadt explosionsartig angestiegen.

Damit die Bombe am kommenden Mittwoch planmäßig entschärft werden kann, machen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr, der Hilfsdienste, des Krankenhauses und des Altenheimes Überstunden. Die Fäden der größten Evakuierungsaktion in der Gesichte Jülichs laufen bei Hans Pinell, dem Leiter des Ordnungsamtes zusammen. „Das glaubt man gar nicht, an wie viele Dinge man denken muss. Wir haben aber alles im Griff”, sagte er am Dienstag. Damit das so bleibt, tagt täglich der Krisenstab.

Bis 11 Uhr müssen die rund 3000 Haushalte, Krankenhaus und Altenheim evakuiert sein. Deswegen hat die Herzogstadt eine Allgemeinverfügung erlassen. Mit anderen Worten: Die Polizei darf notfalls Eingangstüren aufbrechen und renitente Bewohner abführen.

Kostenlos in den Park

Die Verwaltung bittet alle Betroffenen, den Evakuierungszeitraum beispielsweise durch einen Besuch bei der Familie oder Freunden zu überbrücken. Als Ausflugsziel bietet der Brückenkopf-Park den Betroffenen auch einen kostenlosen Einlass an. Betroffene, die das Angebot nutzen möchten, werden gebeten, ihren Ausweis mitzubringen!

Falls die Zeit der Evakuierung nicht anderweitig verbracht werden kann, steht als Aufenthaltsmöglichkeit die Schirmerschule (Linnicher Straße 62; barrierefrei) zur Verfügung. Von den Hilfskräften vor Ort werden auch Getränke bereitgehalten.

Wegen der begrenzten Zahl von Parkmöglichkeiten wird darum gebeten, auf eine Anreise mit dem eigenen Wagen zu verzichten und stattdessen zu Fuß oder mit anderen Beförderungsmöglichkeiten zur Schirmerschule zu gelangen.

Da die Evakuierung voraussichtlich nur einige Stunden dauert, bittet die Verwaltung alle Betroffenen nur das Notwendigste (z.B. Haus-/Wohnungstürschlüssel, Personalausweis, witterungsabhängige Garderobe, Medikamente, persönliche Bedarfsartikel) mitzunehmen. Auch die Haustiere sollen für die Zeit der Abwesenheit entsprechend zu versorgen sein. Nach dem Verlassen der Wohnungen bittet die Stadt, auch beim Nachbarn nach dem Rechten zu sehen.

Für diejenigen, die nicht selbstständig zum Schulzentrum gelangen zu können, steht ab 9 Uhr in folgenden Straßen regelmäßig ein Beförderungsmittel zur Verfügung: Parkplatz Breslauer Straße (neben dem Krankenhaus); Parkplatz Ginsterweg/Jan-van-Werth-Straße; Kreuzung Linnicher Straße/Berliner Straße; Kreuzung Gutenbergstraße/Nordstraße.

Drei Hotlines bei der Stadt

Die Verwaltung bittet ferner darum, dass sich alle von der Evakuierung betroffenen Personen, die gehbehindert oder krankheitsbedingt bettlägerig sind, schnellstmöglich unter Tel. 02461/63477, 02461/ 63355 oder 02461/63300 bei der Verwaltung melden, um eine individuelle Transportmöglichkeit zu organisieren. „Da liegt derzeit ein Schwerpunkt unserer Planungen”, erklärte Pinell.

Nach erfolgter Entschärfung wird das Einsatzpersonal den Sperrbereich wieder freigeben, Die Information erfolgt dabei auch durch Lautsprecherdurchsagen und per Radio. Nach der Freigabe darf der gesperrte Bereich wieder betreten und befahren werden.

Die Verwaltung weist auf folgende zusätzlichen Einschränkungen hin: Während des Evakuierungszeitraums sind auf dem Kommunalfriedhof keine Beerdigungen möglich. Da auch einige landwirtschaftlich genutzten Parzellen im Sperrbereich liegen, sind während des Evakuierungszeitraums Arbeiten in diesem Bereich nicht möglich. Auch wird gebeten zu beachten, dass die Notfallklinik des Krankenhauses nur telefonisch erreichbar ist unter Tel. 02461/ 620300. Hier werden bei Bedarf Behandlungsmöglichkeiten genannt.

Völlig menschenleer wird die evakuierte Zone nicht sein. Die Polizei übernimmt laut Hans Pinell den Objektschutz, um die verlassenen Gebäude vor Einbrechern zu schützen.

Am geheim gehaltenen Bombenfundort tut sich unterdessen nichts. Die Miene liegt laut Pinell sicher im Erdreich und ist nicht sichtbar. „Gucken Sie sich ein Stück Rasen an. Mehr gibt´s nicht zu sehen.” Erst am Mittwoch wird der 20 Zentner schwere Unruhestifter ausgegraben.

Notfallklinik wird in die Poststraße verlegt

Aufgrund der Entschärfung der Luftmine und der damit verbundenen Evakuierung wird die Notfallklinik am Mittwoch, 11. April, ab 13 Uhr in die Praxis Dohr, Poststraße 18, verlegt. Sobald die Mine entschärft ist und die Evakuierung aufgehoben wird, kehrt die Notfallklinik wieder in die Kurfürstenstraße zurück. Die Notfallklinik ist erreichbar unter Tel. 02461/620300.

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