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Blindenfußball: Erster Bundesliga-Spieltag in Düren

Von: kin
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Hoffen auf zwei Dürener Siege: Andreas Heiser, Marco Horbacher, Wilfried Hannes und Christoph Granrath (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Blindenfußball ist viel kopflastiger als Fußball. Aber nach dem Spiel ist man gleichermaßen am Ende.“ Marco Horbacher weiß ganz genau, wovon er spricht. Der junge Mann ist 21 Jahre alt und leidet seit gut einem Jahr an einer Augenerkrankung. Seitdem wird er im Berufsförderungswerk in Düren ausgebildet, und seitdem spielt er Blindenfußball. Vorher hat er 16 Jahre in Rommerskirchen gekickt.

In Düren kann Marco Horbacher Bundesliga spielen, die Mannschaft des Rheinischen Blinden- und Sehbehinderten Sportvereins (RBSSV) Düren und der SG PSV Köln tritt in der ersten Saison gemeinsam in der Blindenfußball-Bundesliga an. Am Wochenende 6. und 7. Juli richtet der RBSSV Düren auf dem Kunstrasenplatz des Berufsförderungswerkes den ersten Bundesliga-Doppelspieltag mit acht Mannschaften aus ganz Deutschland aus.

Die Schirmherrschaft hat Wilfried Hannes, Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Profi für Borussia Mönchengladbach und Schalke 04, übernommen. „Ich wusste eigentlich nichts über Blindenfußball“, so Hannes. „Aber ich habe mich natürlich schlau gemacht. Es ist unglaublich, was die Jungs leisten.“ Hannes will sich auf jeden Fall am Doppelspieltag in Düren einige Partien ansehen. „In mir hat der Blindenfußball einen echten Unterstützer gefunden.“

Seit fünf Jahren gibt es die Blindenfußball-Bundesliga in Deutschland, so wie in Düren entstanden sie an vielen Standorten der Blindenhilfe-Vereine. „So etwas“, so Robert Voigtsberger, stellvertretender Sportdirektor des Deutschen Behinderten-Sportverbandes, „wünsche ich mir noch für ganz viele Orte in Deutschland.“

Beim Blindenfußball gibt es vier Feldspieler, die nichts sehen dürfen, und einen sehenden Torwart. Gespielt wird mit einem Futsal-Ball, der eine Rassel enthält. Spielfeld und Tore sind so groß wie beim Handball. Zwei Guides pro Team führen die Feldspieler durch Zurufe.

Robert Voigtsberger: „Grundsätzlich kann man aber sagen, dass es beim Blindenfußball alles gibt wie beim Fußball mit Sehenden: Tore, Zweikämpfe, Doppelpässe. Das ist eine sehr attraktive Sportart.“ Deswegen hofft auch BfW-Geschäftsführer Dr. Hans Zeißig am ersten Juli-Wochenende auf möglichst viele Zuschauer. „Es ist uns ein Anliegen, den Behindertensport in Düren zu fördern.“

Das war einer der Gründe, warum das Berufsförderungswerk, der Rheinische Blindenfürsorgeverein und die Louis-Braille-Schule den Rheinischen Blinden- und Sehbehinderten Sportverein gegründet haben.

Marco Horbacher freut sich auf seinen ersten Heimspieltag in Düren. Und der Stürmer hofft auch auf den ein oder anderen Treffer. Im Augenblick steht Düren auf Platz vier der Bundesligatabelle. „Diesen Platz wollen wir ausbauen. Und zwar am besten mit zwei Siegen am Heimspieltag“, schmunzelt Dr. Hans Zeißig.

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