Birgt das Linnicher Hallenbad bittere Überraschungen?

Von: ojo
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Linnich. Es wäre das größte Einzelprojekt der Kategorie Infrastrukturmaßnahme, das mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II gefördert würde: Die Sanierung des Linnicher Hallenbades. Im Augenblick hängt der Konjunktiv über dem Bad, denn was mit den 340.000 Euro saniert werden kann und ob das Geld dafür ausreicht, ist derzeit nicht abzusehen.

Aufschluss darüber wird von einem Gutachten erwartet. Es sollte eigentlich Ende dieses Monats vorliegen. Das wird freilich nicht der Fall sein. Der Gutachter sieht sich, wie er feststellt, mit einer Situation konfrontiert, die er völlig neu „durchrechnen” muss. Dreh- und Angelpunkt ist die energetische Aufstellung des Bades.

Dem Gutachter ist aufgefallen, dass die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke (NGW) als Vertragspartner der Stadt im Rahmen des Wärmecontractings bei ihrer Berechnung des Wärmeenergiebedarfs vom Ist-Zustand des Hallenbades ausgegangen sind und darauf ein einzubauendes Blockheizkraftwerk abgestimmt haben. Da aber gerade der mangelhafte Ist-Zustand durch die Sanierung entscheidend aufgewertet würde, wäre die ursprünglich vorgesehene Anlage zu groß dimensioniert.

Der Gutachter will nun seine Expertise um diesen Berechnungsbereich aufweiten, was wiederum mit Mehrkosten für die Stadt verbunden ist. Die soll/will Beigeordneter Hans-Josef Corsten auf dem Verhandlungsweg zu „drücken” versuchen.

Einen Fingerzeig, in welche Richtung das Hallenbad-Gutachten ausschlagen wird, gibt es offenbar noch nicht. Der ausgewiesen Fachmann für Hallenbäder nimmt sich buchstäblich jeden Winkel der Schwimmhalle vor - vom Dach bis zum Keller. Und er lässt die Technik nicht außen vor. Von der hatte man bislang angenommen, dass sie weitgehend in Schuss sei. Sanierungsaufwand im Bereich Technik hatten die Grünen daher ausgeblendet, als sie ihren Antrag auf Ertüchtigung des Hallenbades stellten.

Wenn sich aber die 340.000 Euro als nicht ausreichend für eine umfassende Sanierung erweisen sollten, stehen die Kommunalpolitiker vor der Grundsatzentscheidung, die über Jahre hinausgezögert wurde. Die Sanierungsalternative Neubau kann sich eine finanziell angeschlagene Kommune wie Linnich prinzipiell nicht erlauben. Das Bad mit minimalsten Lebenserhaltungsmaßnahmen dem schleichenden Verfall preiszugeben, wäre die schlechteste aller Lösungen.
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