Jülich - Biotechnologie-Unternehmen ist ein leuchtendes Beispiel

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Biotechnologie-Unternehmen ist ein leuchtendes Beispiel

Von: hfs.
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Dr. Stephan Binder und Dr. Georg Schaumann (v.l.) freuen sich über den 2,6-Millionen Euro Zuwendungsbescheid, den Staatssekretär Thomas Rachel ihnen aushändigt, auch zur Freude der Professoren Harald Bolt und Michael Bott (v.r.). Foto: hfs.

Jülich. Die Wissenschaft ist sich einig: energieintensive Produktionsprozesse auf Erdölbasis sind Auslaufmodelle in der industriellen Biotechnologie. Man braucht Projekte, die auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe basieren. Zwei Jülicher Wissenschaftler gelang es nun erstmalig, mittels „leuchtender“ Bakterien ein Verfahren auf den Weg zu bringen, das hochproduktive Mikroorganismen produziert.

Dieses wollen sie zur Marktreife bringen, die Unternehmensgründung wird mit 2,6 Millionen Euro Anschubfinanzierung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Den entsprechenden Bewilligungsbescheid überreichte Staatssekretär Thomas Rachel (CDU) im Forschungszentrum Jülich.

„Wir finden bei diesem Projekt wissenschaftliche Exzellenz und Unternehmergeist, beides verdient die Unterstützung des BMBF“, gratulierte Rachel Dr. Stephan Binder und Dr. Georg Schaumann, als er im Institut für Bio -und Geowissenschaften, Abteilung Biotechnologie den Bescheid seines Ministeriums überreichte. Dabei erinnerte er an die vom BMBF im Jahre 2005 auf den Weg gebrachte Gründungsoffensive Biotechnologie mit Namen „Go-Bio“, in die bisher 100 Millionen Euro investiert wurden. Aus den bisher rund 600 eingereichten Unternehmensideen – 46 erhielten eine Förderung – wurden 22 Firmenausgründungen getätigt, bislang alle erfolgreich.

So erfolgreich, betonte Rachel, dass auch Privatleute von diesen überzeugt sind und eigenes Kapital investierten, rund 50 Millionen Euro. Wie sehr Deutschlands Gründungsideen auf einem sehr beweglichen Markt gefragt sind, machte der Bundestagsabgeordnete an einem Beispiel deutlich. Eine Ausgründung wurde im Jahre 2012 von einer amerikanischen Firma, die weltweit auf dem medizinischen Sektor operiert, für 100 Millionen Euro gekauft. „Im Forschungszentrum finden Sie die optimalen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung vor“, wandte er sich an die beiden Jungwissenschaftler, die ihr Vorhaben mit der eigenen Firma für 2017 geplant haben.

Doch schon jetzt beschäftigen sie Mitarbeiter und die lauschten aufmerksam den Worten des Vorstandsmitglieds Prof. Harald Bolt, der die Auffassung vertrat, dass mit der Umsetzung zur Marktreife „sehr viele hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden können.“ Dass dieses Projekt das einzige sei, das in NRW vom Berliner Bundesministerium gefördert werde, mache natürlich alle stolz wünschte Bolt „weiterhin Wachstum bei der Ausgründung.“

Die teilweise schon erfolgt ist, denn die beiden haben mit Mitarbeitern zwei Labore im Institut bezogen, wo derzeit die hochmodernen Gerätschaften aufgebaut werden. Dort soll mit Hochdruck daran geforscht werden, wie die genetische Ausstattung von Mikroorganismen, zum Beispiel Bakterien oder Pilze, weiterhin so optimiert werden kann, damit sie für Spitzenleistungen in der industriellen Produktion geeignet sind. Denn sie sollen dann die nachwachsenden Rohstoffe im industriellen Prozess zu wertvollen Produkten wie Aminosäuren, Polymer-Bausteinen - werden in der Kunststoffindustrie benötigt – oder Arzneistoffe verwandeln.

„Aber unter Millionen Mikroorganismen müssen die wenigen identifiziert werden, die das gewünschte Produkt auch herstellen können“, erläuterte Dr. Stephan Binder die bisherigen, sehr ressourcenintensiven Methoden der Erkennung der besten Mikroorganismen.

Dauert ein solcher Vorgang bisher mehrere Monate, schafften es Binder und Schaumann, diesen Prozess auf wenige Tage zu reduzieren. Zuerst wurden alle Mikroorganismen mit einer genetischen Zusatzkomponente ausgestattet, anschließend wurden mit einem Testverfahren jene herausgefiltert, die besonders produktiv sind. „Denn die leuchten dann, sind besonders hell und können so optisch erkannt werden“, ergänzte Schaumann.

Dafür sorgt ein Laserstrahl in einem Gerät, das ursprünglich aus der Blutanalytik stammt und in der Lage ist, bis zu 50.000 Bakterien in einer Sekunde zu erkennen und auszusortieren. So wird die gezielte Suche nach den „Turbo-Mikroorganismen“ auf wenige Tage begrenzt, was erhebliche Kosteneinsparungen bedeutet, sowie neue wissenschaftliche Entwicklungsansätze verspricht.

Da konnte Institutsleiter Prof. Michael Bott nur noch gutes Gelingen auf dem Weg der weiteren Ausgliederung wünschen.

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