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Bewegender Abschied von Siersdorfer Erlöserkirche

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Segen durch Pfarrer Schuster im Abschluss-Gottesdienst in der evangelischen Erlöserkirche Siersdorf: „Vertrauen wir auf die Gemeinschaft mit Gott, das ist die Verheißung, die uns gegeben ist.“ Foto: Zantis

Siersdorf. Es waren zum Teil bewegende Momente, in denen sich die evangelischen Gemeindemitglieder in Siersdorf beim letzten Gottesdienst von ihrer Erlöserkirche verabschiedeten. „Wir müssen uns heute von einer Kirche trennen“, sagte Pfarrer Ulrich Schuster, „in der wir mit der ganzen Gemeinde, mit Freunden, Lebens- und Weggefährten seit der Weihe 1961 eine religiöse Heimat gefunden hatten.“

Nach seiner Darstellung gibt es aber für diesen Beschluss des Presbyteriums gewichtige Gründe, die eine Einstellung der bisherigen Gottesdienstform notwendig machen.

Zwingende Argumente waren hierzu unter anderem die schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher und vor allem finanzielle Belastungen. Die zukünftige Nutzung des Gebäudes soll nun darin bestehen, dass die Kirche zu einem Tagespflegehaus des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Aachen ausgebaut wird. Mit dieser Lösung, so Pfarrer Schuster, könne die Gemeinde zum Beispiel die Gruppenarbeit in der Gemeinde und auch gottesdienstliche Festtage weiterhin in der neuen Einrichtung durchführen. Hier soll nach seiner Darstellung „Gottesdienst an den Menschen mehr durch Taten als durch Worte geschehen“.

In seiner Predigt sprach der für Setterich und Siersdorf zuständige Pfarrer „von einem seltsamen Gottesdienst!“ „Irgendwie ist das schon schwer zu begreifen, denn es tut in der Seele weh!“ Gleichzeitig sprach er aber von „einem schleichenden Prozess, der sich in der Wahrnehmung für eine Veränderung immer mehr abzeichnete“. Pfarrer Schuster zitierte aus dem Alten Testament das Kapitel um Abrahams Auszug in ein fremdes Land: „Dein Wort, Herr, soll mich begleiten!“

In den fünf Jahren seiner pfarrlichen Aufgabe für Siersdorf, so der Pfarrer, habe er mit Praedikant Dieter Gatzke und seiner Ehefrau Barbara als Küsterin sowie mit Presbyteriums-Leiterin Judith Jung wertvolle Mitarbeit vor Ort erfahren dürfen. Trotzdem werden nach seiner Einschätzung „in Zukunft gewisse Dinge anders sein und viele Umstände für die kommende Arbeit in der Gemeinde neu bedacht werden“. „Lassen Sie uns auf die Größe und Hilfe Gottes ein, denn christliche Gemeinschaft kann wachsen im gegenseitigen Vertrauen.“

Für die Dauer der dreimonatigen Umbauarbeiten in der Kirche wird allerdings sämtliche Gemeindearbeit ruhen. Mit der Aufnahme des Betriebes im Tagespflegehaus sind aber auch Gottesdienste im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten möglich.

„Es freut uns“, blickt Pfarrer Schuster in die Zukunft, „dass die Erlöserkirche als Identifikationspunkt in Siersdorf erhalten werden kann und durch die neue Einrichtung ganztägig mit Leben erfüllt wird“.

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