Beste Werbung fürs Lesen: Jules Verne im Schwimmbad-Keller

Von: jago
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Wasser und Bücher passen zusammen: Im Keller des Titzer Hallenbads fühlten sich die Zuhörer bei der Lesung mit WDR-Leseprofi Lutz Göhnermeyer in die Unterwasserwelt von Jules Verne versetzt. Foto: Jagodzinska

Titz. Zur aktiven Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag hatte die „Stiftung Lesen” im Rahmen der Aktion „Deutschland liest” 55 Orte in NRW ausgewählt, darunter auch Titz. Hier organisierten der Förderverein des Hallenbads (FHT) und WDR5 eine Lesung an einem ungewöhnlichen Ort, der auf besondere Weise zum Thema des ausgewählten Buches passte.

Die Kellergewölbe des Hallenbads verwandelten sich in der Fantasie in die Zentrale der Nautilus, WDR-Sprecher Lutz Göhnermeyer sprang in die Rolle des Professors Pierre Arronnax - die Zuhörer tauchten ein in die Welt, die Jules Verne bereits 1870 in seinem Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer” beschrieben hat.

Stimmungsvoller hätte die Umgebung nicht sein können, als Göhnermeyer auf einer Empore zwischen mächtigen Rohren und Ventilen die Lesung mit dem Kapitel „Kapitän Nemos Rache” begann. Schwüle feuchte Luft wabert durch den Raum, gewaltige Pumpen dröhnen gequält beim unablässigen Bemühen, das Wasser zu verdrängen.

Genau so muss es sich in einem U-Boot anfühlen und -hören, denken zumindest die fasziniert an den Lippen des Vorlesers mit der charismatischen Stimme hängenden Zuhörer. Das Bewusstsein, sich unter der erdrückenden Masse von 300.000 Litern Wasser zu befinden, verstärkt die Eindrücke.

Im Gewölbe wird die spannende Passage vorgelesen, in der die Nautilus verzweifelt gegen die Strudel des Mahlstroms vor der norwegischen Küste kämpft, unsichtbar über den Köpfen plantscht eine Gruppe Seniorinnen im Schwimmbecken fröhlich bei der Wassergymnastik. FHT-Mitglied Stefan Lubberichs fantasievolle Idee für die gelungene Kombination von Text und Lokation wurde vom Publikum ebenso mit viel Beifall bedacht wie die Vortragskunst von Lutz Göhnermeyer.

Die Veranstaltung wurde als „beste Werbung für das Lesen” empfunden und machte so viel Spaß, dass über weitere originelle Ideen spekuliert wurde. Bis es soweit ist, besteht die Möglichkeit, sich für die Lektüre zu Hause vom Bücherregal im Eingang des Schwimmbads zu bedienen, das anlässlich der Lesung vorgestellt wurde. Wenn das Motto „Nehmen und Geben” beherzigt wird, bereitet es Leseratten viel Freude.
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