Bergschäden stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Hans-Gerd Linneweber, Vorstandsmitglied des BGB, zeigt eine Übersicht der bekannten Störungen im Südwesten Jülichs. In der Karte sind sichtbare Schäden, bekannte Gebäudesicherungen und bekannte Gebäude-Abrisse verzeichnet.

Jülich. Der Steinkohle- und Braunkohleabbau liefert Brennstoff für die und Verstromung. Dieser Abbau ist mit Belastungen für die Bürgerschaft verbunden. Im Hotel Kaiserhof in Jülich trafen Vertreter verschiedener Initiativen – organisiert im Landesverband Bergbaubetroffener NRW – zu ihrerr Landesversammlung zusammen.

Vorab lud der gastgebende Verein „Bürger gegen Bergschäden Wassenberg“ (BGB) die ortsfremden Mitglieder auf eine Rundfahrt durch Jülich mit Besichtigung der Stadt und Darstellung örtlicher Bergschäden. Der Landesverband Bergbaubetroffener existiert seit 2006. Es ist ein Zusammenschluss von Stein- und Braunkohlebergbaubetroffenen Initiativen. Darunter ist auch der BGB Wassenberg, der die Interessen der Bergbaugeschädigten in Wassenberg, Gangelt, Düren, Grevenbroich, Wegberg, Erkelenz und auch Jülich vertritt.

Grundwasserabsenkung

„Wir haben Auswirkungen in Folge der Grundwasserabsenkung, die gehen über viele Kilometer, bis zur holländischen Grenze“, sagt Heinz Spelthahn, stellvertretender Vorsitzender des Vereins BGB. „Diese Probleme möchten wir ins öffentliche Bewusstsein rücken. Deshalb sind wir dankbar, dass der Landesverband in diesem Jahr die Landesversammlung in Jülich abhält.“

In ihren Zielen sind sich die Steinkohle- und Braunkohlebetroffenen einig: Es geht vor allem um eine Verbesserung der Bergschadensregulierung und der Information. Ulrich Behrens, Geschäftsführender Vorstandssprecher des Landesverbandes und Sachverständiger im Unterausschuss Bergbausicherheit, stimmt zu: „Die Bürger brauchen eine breitere Informationsbasis um einen Bergschaden melden zu können.“ Dazu gehören zum Beispiel Höhendaten zum Grundwasserspiegel. „Sie können die Daten nicht im Internet abrufen, obwohl das technisch möglich wäre.“

Bergschadensbeispiele zeigten Heinz Spelthahn und Hans-Gerd Linneweber, ebenfalls Vorstandsmitglied des BGB, auf der Besichtigungstour im Stadtgebiet. Den größten Schaden weist die historische Festung Zitadelle auf. Hier verläuft der Rursprung. Liegen Unregelmäßigkeiten im Bodenaufbau vor, zum Beispiel tektonische Störungen, können ungleiche Absenkungen des Grundwasserspiegels die Folge sein und somit Ursache für Setzungsschäden an Gebäuden nach sich ziehen.

Gebrochenes Schulgebäude

Anschaulich zu erkennen ist das am Gymnasiums Zitadelle. Ein Höhenunterschied in der Mitte des Gebäudes ist deutlich zu sehen, das Schulgebäude ist gebrochen. Der Südflügel wurde durch eine Trennfuge in zwei Blöcke geteilt. Das Pädagogische Zentrum ist mit hydraulischen Hebern, der Südflügel mit aktiven Ausgleichselementen (Federkörpern) gesichert.

Störungslinie unter dem Haus

Auf der Rundfahrt durch die Innenstadt weist Spelthahn auf brachliegende Grundstücke hin. Dort wurden Gebäude nach bekannten Bergschäden abgerissen. Linneweber zeigte Schäden am eigenen Haus. Ein deutlicher Riss zieht durch zwei Hauswände. Ein Schacht ist freigelegt. Die Störungslinie verlaufe genau unter dem Haus. Ein Bergschaden ist bis heute nicht von RWE anerkannt. Das Wurzelwerk eines Baumes, der vor zehn Jahren gefällt wurde, sei nach Ansicht des Bergbautreibenden Schadensverursacher.

Im Anschluss an die Rundfahrt richtete Bürgermeister Heinrich Stommel Grußworte an die Mitglieder der Landesversammlung und sagte unter anderem: „Jülich liegt im Zentrum von drei Tagebauen, das hat die Entwicklung der Stadt beeinträchtigt. Wir haben lange unter den Grundwasserabsenkungen gelitten.“

Bitte um Informationen

Heinz Spelthahn bat die Kommunen nachdrücklich um Unterstützung und Hilfestellung, um an aktuelle Informationen zu kommen.

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