Jülich - Bergbaugeschädigte bündeln Wissen und Kräfte

Bergbaugeschädigte bündeln Wissen und Kräfte

Von: Kr.
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Im Netzwerk Bergbaugeschädigter wollen Wolfgang Schaefer, Regionalsprecher Niederzier, Hans Gerd Linneweber Regionalsprecher Jülich, Rechtsanwältin Doris Vorloeper und Vorsitzender Peter Immekus die Voraussetzungen für die Schadensregulierung verbessern. Foto: Kròl

Jülich. Vor einem Jahr hat sich das Netzwerk Bergbaugeschädigter des Rheinischen Braunkohlereviers gegründet, in dem sich Betroffene, Initiativen und nicht zuletzt Experten zusammengefunden haben, um ihre Belange vor dem Bergbaubetreiber besser vertreten zu können. Den Vorsitz über den Zusammenschluss hat Diplom-Ingenieur Markscheider Peter Immekus aus Bergheim übernommen.

Von Mönchengladbach-Viersen bis Bonn, von der holländischen Grenze bis Köln ist dieses Netzwerk aktiv und wird vor Ort von verschiedenen Regionalsprechern vertreten. In Jülich ist das Hans Gerd Linneweber, der mit dem Netzwerk zu einer Infoveranstaltung in die Schlosskapelle des Gymnasiums Zitadelle eingeladen hatte. Solche Treffen sollen nun regelmäßig an verschiedenen Orten zu verschiedenen Themen stattfinden, um Wissen zu bündeln und weiterzugeben, den Kontakt der Betroffenen aufrecht zu erhalten und damit einen regen Gedankenaustausch zu fördern.

Gut gewählt war der Veranstaltungsort, denn die Zitadelle ist ein gutes Beispiel dafür, wie RWE Power Bergschäden optimal ausbessert. Bevor die Veranstaltung begann, besichtigten zahlreiche Gäste die Sicherungsmaßnahmen am Schulgebäude. Hier liegt auch der Knackpunkt, erklärte Immekus zur Begrüßung. Kommunen fällt es wesentlich leichter, ihre Forderungen bei dem Energiekonzern durchzudrücken. Schwierig wird es für den einfachen Bürger.

Anhand von vier Beispielen aus Jülich, Inden-Lammersdorf, Düren und Vettweiß machte er deutlich, wie sehr der Bergbaubetreiber sich dagegen sträubt, solche Schäden anzuerkennen und welch harter Kampf es für die Betroffenen ist.

Der Schädiger geht zunächst einmal hin und untersucht, ob nicht Fehler beim Bau nachzuweisen sind. Ist dies nicht der Fall, werden weitere Untersuchungen auch nicht vorgenommen. „Die Beweispflicht muss umgekehrt werden. Der Bergbaubetreiber sollte nachweisen müssen, dass kein Bergbauschaden vorliegt. Damit müssten ganz andere Untersuchungen vorgenommen werden, denn bis heute muss der Betreiber nachweisen, dass ein Bergbauschaden vorliegt”, forderte Immekus.

Der aufgelegte Zehn-Punkte-Plan des Netzwerkes hat die Umkehr der Beweispflicht, die Information der Betroffenen und Sensibilisierung der Entscheidungsträger zum Ziel. Auch die Freigabe der Daten ist ein äußerst wichtiger Punkt. Das Netzwerk selbst will keine Einzelinteressen der Betroffenen vertreten, es sieht sich als übergeordnete Interessenvertretung und will die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Schadensregulierung verbessern. Immekus appellierte daher an die zahlreich erschienenen Zuhörer, die Arbeit des Netzwerkes durch ihren Beitritt zu unterstützen.
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