Jülich - Benefizkonzert zu Gunsten des Kindergartens St. Marien

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Benefizkonzert zu Gunsten des Kindergartens St. Marien

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Ivan Turkalj (Violoncello), Oliver Wehlmann (Klavier) und Johannes Engels (Blockflöte und Moderation) spielten Werke von Schumann, Debussy, Ravel und Cassadò.

Jülich. „Schön, dass ihr heute hier seid“, schmetterten die Kinder des Kindergartens St. Marien Jülich in der altehrwürdigen Schlosskapelle. Schon beim Eintritt wurde deutlich, dass ein außergewöhnliches Konzert stattfand. Es duftete angenehm süß nach Apfelpunsch, und viele Kinder waren dabei. Der Förderverein lud zum Benefizkonzert in der Schlosskapelle der Zitadelle Jülich.

Ivan Turkalj (Violoncello), Oliver Wehlmann (Klavier) und Johannes Engels (Blockflöte und Moderation) spielten Werke von Schumann, Debussy, Ravel und Cassadò. Aber zunächst zeigte der Kinderchor des Kindergartens St. Marien, wie viel Spaß das Musizieren machen kann. Sie sangen Begrüßungslieder, Songs aus dem Kindergartenalltag und begeisterten mit ihrer natürlichen und bewegungsfreudigen Interpretation Eltern, Großeltern und Freunde.

Fünf Stücke im Volkston

Johannes Engels, der als Kulturmanager den Fachbereich Kultur der Stadt Würzburg leitet, übernahm im Anschluss die Moderation und kündigte eines der schönsten Kammermusikwerke an. „Fünf Stücke im Volkston op. 102 für Violoncello und Pianoforte (1849) von Robert Schumann, gespielt von Ivan Turkalj und Oliver Ehrmann.

Turkalj absolvierte an der Hochschule für Musik Würzburg ein Diplomstudium bei Professor Orfeo Mandozzi. Als moderner Cellist beendete er sein Studium an der Züricher Hochschule der Künste 2012 mit der Bestnote. Er ist Gewinner zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Der Pianist, Oliver Wehlmann, studierte Komposition, Klavier und japanische Kampfkünste in Rom. Er unterrichtet Musik, Sprachen, Informatik sowie Kampfkünste und promoviert derzeit in Frankreich über „Jeu de cartes“ von Strawinsky. Außerdem ist er als Komponist, Pianist, Chorsänger und Dirigent tätig.

Im Programm folgte die Sammlung Pipeaux für Blockflöte und Klavier (1934). Johannes Engels, Spezialist für Flötenmusik des Barock, drückte seine Freude über den Veranstaltungsort, die Schlosskapelle, aus: „ Seit meine Familie in Jülich ist, wollte ich gerne in der Kapelle spielen, heute ist es gelungen“.

Gebürtig aus Eschweiler, studierte Engels an der staatlichen Hochschule für Musik Rheinland in Köln Block- und Querflöte, lehrte an der Sing- und Musikschule Aachen und 1978 erhielt er eine Dozentenstelle am Hermann-Zilcher-Konservatorium der Stadt Würzburg. Seit 2001 hat er einen Lehrauftrag für Musikwissenschaft, und seit 2004 ist er Kulturmanager der Stadt Würzburg. Die Nichte Engels besuchte den Kindergarten St. Marien, und diesem Kontakt sowie seinem großen Engagement, ist das Benefizkonzert zu verdanken.

Premiere

Im Anschluss kündigte Ivan Turkalj die Suite für Violoncello solo von Gaspar Cassadó(1897-1966) an. Kurz vor der Pause dankte das Publikum mit tosenden Applaus und Begeisterung. „Es ist das dritte Kindergarten-Konzert“, so Fördervereinsvorsitzender Lutz van der Boeken, „zum ersten Mal findet es in der Schlosskapelle statt.“

Im zweiten Teil verzauberte Oliver Wehlmann sein Publikum mit Scarbo aus Gaspard de la nuit für Klavier solo von Maurice Ravel (1875 1937). Das lebhafte Klavierspiel, das zu den schwierigsten Klavierstücken überhaupt gehört, erzählt von einen Gnom und einem Spuk in der Nacht. Hinreißend interpretiert, erzeugten die Töne so manche Bilder im Kopf.

Die Sonate pour Violoncelle et piano (1915) von Claude Debussy (1862-1918) folgte und im grandiosen Finale „Ma mère l’oye von Maurice Ravel (1875-1937). Eine echte Uraufführung, da eigens bearbeitet für Blockflöte, Violoncello und Klavier. Passend zum Kindergarten-Konzert versetzten musikalisch umgesetzte Märchenbilder von Dornröschen, Däumling, Kaiserin Laideronette, Die Schöne und das Biest und einem Zusammentreffen aller Figuren im Feenpark, die Zuhörer in eine fantastische Märchen- und Fantasiewelt.

Begeisterter und lang anhaltender Applaus beendeten das klassische Konzert. Zum stimmungsvollen Abschluss und Ausklang stimmte der Kindergartenchor Kinderlieder und der Förderverein bot Glühwein und Punch an. Der Erlös der Veranstaltung fließt in die Finanzierung von Spielzeugen, Ausflügen oder zusätzlichen Kursangeboten im Kindergarten.

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