Jülich - Beim Kreischtest gegen MGJ ohne jede Chance

Beim Kreischtest gegen MGJ ohne jede Chance

Von: Simone Dolfus
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Kyra Stettner, Anna Dreichlinger, Jennifer Schwenk, Guiliana Tamassia und Monja Stettner (v.l.) freuen sich mit Lehrer Peter Lochner über die Filmbox - dem Geschenk beim „Tigerentenclub”. Foto: Dolfus

Jülich. Schwarz-gelb gestreift ist sie und hat vier Räder. Von den Kindern wird sie heiß geliebt: Janoschs Tigerente. Seit etlichen Jahren hat die Identifikationsfigur gar eine eigene Fernsehsendung: den Tigerentenclub in der ARD.

Dort treten jeweils zwei sechsköpfige Schülerteams als „Tigerenten” und „Frösche” gegeneinander an, um einerseits jede Menge Spaß zu haben und andererseits für einen guten Zweck Geld zu erspielen. Im Juni 2009 schickten einige Schülerinnen des Jülicher Mädchengymnasiums ihre Bewerbung zum ausführenden Fernsehsender SWR und bekamen prompt eine Absage. Hunderte Schulen, Vereine und Gruppen bewerben sich pro Jahr um die Teilnahme an der Show.

Voraussetzung ist, dass die Kinder zwischen 10 und 12 Jahren alt sind. Vor diesem Hintergrund wunderte sich am MGJ niemand darüber, nicht genommen worden zu sein. Doch was keiner ahnte: Ein anderer Bewerber musste absagen, so dass plötzlich eine Zusage in den Briefkasten der Jülicher Schule flatterte. Die Freude beim Team aus der Klasse 6c - Anna Dreichlinger, Jennifer Schwenk, Guiliana Tamassia, den Zwillingen Monja und Kyra Stettner - war natürlich riesengroß. Das Team wird stets durch einen Lehrer komplettiert, in diesem Fall Klassenlehrer Peter Lochner. Der wusste zu dem Zeitpunkt ebensowenig wie die Eltern der Mädchen, welch organisatorischer und auch finanzieller Aufwand auf die Gruppe zukommen sollte. Denn nicht nur das Team, sondern auch eigenes „Fan-Publikum” ist bei der Aufzeichnung im Fernsehstudio in Göppingen mit dabei. Allerdings müssen die Teilnehmer die Anreise und Übernachtung komplett selbst bezahlen.

Nach etlichen erfolglosen Spendenaufrufen - lediglich die EWV in Stolberg und die Stadtwerke Jülich unterstützen die Aktion - der Plünderung der Klassenkasse und Gelderwerb durch Kuchenverkauf beim Elternsprechtag konnten sich 27 Kinder aus der 6c, zehn Kinder aus den Parallelklassen, sechs Geschwister, vier Väter, acht Mütter sowie Peter Lochner und seine Frau Monika Anfang Dezember auf den Weg zur Aufzeichnung machen.

„Das war schon sehr interessant, einmal zu sehen, wie so eine Fernsehsendung entsteht”, schwärmt Anna Dreichlinger mit leuchtenden Augen. Wer wann in welche Kamera gucken muss, wurde geprobt, ein bisschen schauspielern mussten die Mädchen auch. „Sie sollten so tun, als ob sie die Köpfe zusammenstecken”, schmunzelt Peter Lochner.

Den aufsehenerregendsten Auftritt hatten die Kinder allerdings direkt zu Anfang der Aufzeichnung. „Das war wohl mit ein Grund, warum sie uns ausgesucht haben”, berichten die Mädchen von ihrem nicht alltäglichen Hobby. Alle fünf fahren gerne Einrad. Und so rollte das Quintett mit einer eigens einstudierten Choreographie ins Studio. Weiteres Alleinstellungsmerkmal für die Jülicherinnen: Sie waren die erste reine Mädchenschule, die sich um die Teilnahme beworben hatte. Das gegnerische Team kam von einem Gymnasium aus Wipperfürth. Auf dem Programm standen diverse Spiele, bei dem es entweder um sportliches Geschick oder um Wissen ging, zum Beispiel mussten sie einen überdimensionierten Zauberwürfel zusammensetzen oder Bälle auf eine Klettwand werfen.

Über die Fehlerquote beim Wipperfürther Team amüsierte sich Kyra Stettner besonders: „Die hatten viele Handballer im Team und trotzdem nichts getroffen!” Bemerkenswert schien ihr auch, dass ihre Mitschülerinnen in den Tagen nach der Aufzeichnung sehr leise waren. Das Publikum war nämlich beim Kreischtest besonders gefragt. „Das ist doch klar, dass die anderen gegen eine Mädchenschule da keine Chance haben”, scherzt Susanne Dreichlinger, Mutter von Anna.

Glühend heißer Inhalt...

Im Laufe der Spiele müssen die Kinder Sekunden sammeln für den abschließenden Ritt auf der Rodeo-Tigerente. Der macht einen Heidenspaß, aber auch das abschließende Lehrerquiz. Dabei sitzen die Pädagogen auf einem Balken über einem Bassin mit scheinbar glühend heißem Inhalt. „Die haben da Trockeneis reingeworfen”, lacht Lehrer Lochner, der das obligatorische Bad sehr zur Freude der Schülerinnen mit Humor nahm. Zurück von dem zweitägigen Ausflug bleiben Kindern, Lehrern und Eltern unvergessliche Eindrücke aus der Welt des Fernsehens („Das Studio ist viel kleiner als es im Fernsehen aussieht!”) und die Erkenntnis, dass die Moderatoren Katharina Gast und Pete Dwojak genauso nett sind, wie es das TV zeigt.

Das MGJ wäre aber nicht das MGJ, wenn nicht neben dem Fernsehauftritt noch ein kulturelles Programm auf dem Plan gestanden hätte. „Wir haben uns Göppingen, Speyer und Stuttgart angesehen”, so Susanne Dreichlinger. Erschöpft, aber glücklich kehrte das Team „Tigerente” nach Jülich zurück. „Das ist eine gute und faire Sendung. Da wird niemand in die Pfanne gehauen”, bleiben nicht nur bei Peter Lochner positive Erinnerungen an die aufregenden Tage in Göppingen zurück.
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