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Bei Restaurierung der Marienkapelle alte Malereien entdeckt

Von: ptj
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kapellenfest kaelle bild
Denkmalpflege in Eigenleistung: Der erste Bauabschnitt der Sanierungsarbeiten an der Marienkapelle in Welldorf ist beendet.

Welldorf. Hunderte Freunde und Gönner folgten der Einladung der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Welldorf und des „Freundeskreises Marienkapelle” zum ersten Kapellenfest auf den Hof des Initiators Hans Schüller.

Anlass war die Vollendung des ersten Bauabschnitts in der umfassenden Restaurierungsmaßnahme der zweijochigen Backsteinkapelle in neugotischer Form, die Landwirt Matthias Hucko vor 123 Jahren zu Ehren der „Schmerzhaften Mutter Gottes” errichten ließ.

Feuchtes Fundament

Beträchtliche Eigenleistungen örtlicher Architekten und Statiker bis hin zu Bauhandwerkern im „Unruhestand” und stolze Zuschüsse vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege ermöglichten die in mühsamer Kleinarbeit erfolgten Sanierung: Fundamente wurden trockengelegt, 150 schadhafte Steine in den Außenmauern ersetzt, die Rahmen der Eisenfenster aufwändig restauriert.

Bestreben, möglichst viel „Altes” zu erhalten, deckt nun ein schönes neues Dach aus Moselschiefer nach altdeutscher Art den aufwändig reparierten Dachstuhl, so ist der Zerstörung durch Wassereinwirkung ein Riegel vorgeschoben.

Nicht zuletzt ist die Holzeingangstür von Grund auf überarbeitet und das geschmiedete Kreuz auf dem Dachfirst vom Rost befreit, der bisher die Signatur „K.S.” verbarg. Damit könnte der damals ortsansässige Schmied Konrad Schnitzler seine Handwerkskunst gekennzeichnet haben.

Ein Steinkreuz bildet die Grundmauern der Marienkapelle, sie wurde also „im Vertrauen auf Gott gebaut”. Diese lang gehegte Vermutung Schüllers bestätigte Oktavia Zanger vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege, als beim Freilegen der Grundmauern auffällige Steine an den jeweils gegenüberliegenden Seiten entdeckt wurden. Schüller mutmaßt weiter, dass der Stifter das alte Kreuz am Ort der heutigen Kapelle nicht „entsorgen” wollte und deshalb darauf die Kapelle erbaute.

Die zweite Bauphase mit Restaurierung des Innenraumes beginnt in Kürze, im Sommer sollen die frisch verputzten Wände gut durchtrocknen.

Figur im Chor

Beim Leerräumen der Votivkapelle kam zwar nicht wie erhofft ein Zeugnis des Stifters zutage, aber beim Entfernen des alten Putzes entdeckte man überraschend an der rechten Wandseite des polygonalen Chorraumes eine männliche Heiligenfigur, an der linken den Kopf einer Frau. Die Prüfung der interessanten Details ist bereits in Auftrag gegeben.

Zudem planen Hans Schüller und Christian Klems, Brudermeister der St. Hubertus-Schützenbruderschaft, ihre bisherigen Erkenntnisse für die nachfolgenden Generationen in einer Rolle festzuhalten, die hinter dem Altar verborgen werden soll. Besonders begeistert zeigte sich Klems über die breite Zustimmung in der gesamten Dorfgemeinschaft, die „nicht nur plant, sondern auch unterstützt” und so die weitere Pflege des einzigen denkmalgeschützten Gebäudes im Ort ermöglicht, sagte er.

Fest mit „Colör”

Das Festprogramm konnte sich sehen lassen: Erstmals präsentierte der Archäologe Rolf Peter Gawel seine Privatsammlung aus steinzeitlichen Fundstücken aus der Welldorfer Gegend, die „vor 7300 Jahren den ersten Bauern im Jülicher Land dienten”.

Ferner präsentierte sich die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz” mit einem Infostand. Rege besucht wurde eine Ausstellung mit Fotos und Dokumenten zur Historie Welldorfs, ihrer Marienkapelle und deren Stifter.

Zauberer und Hüpfburg lockten die Kinder an, während die Erwachsenen sich an Kaffee und Kuchen, Folienkartoffeln und Koteletts oder hausgemachten Suppen labten.

Die niederländische Spaßkapelle „Flabbedeus” spielte in bayrischer Tracht auf, und am Abend heizte das Kölner Damenquartett „Colör” („Männerstrip im Waschsalon”) kräftig ein. Franziska Esser aus Pattern siegte im begehrten „Kapellenquiz” und gewann bei der Auslosung einen einstündigen Rundflug über das Jülicher Land in einem Leichtflugzeug.
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