Aldenhoven - Behörde rührt Werbetrommel für das Bildungspaket

Star Wars Alden Ehrenreich Solo Freisteller Kino

Behörde rührt Werbetrommel für das Bildungspaket

Von: gre
Letzte Aktualisierung:
Eindringlich wird in den zustÀ
Eindringlich wird in den zuständigen Behörden mit ins Auge fallenden Plakaten auf die möglichen Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket aufmerksam gemacht. Foto: Greven

Aldenhoven. Im Frühjahr dieses Jahres war es in aller Munde, allerdings nur bei den politisch Verantwortlichen und den Mitarbeitern der Behörden, die es umzusetzen haben. Gemeint ist das am 29. März verkündete und rückwirkend zum 1. Januar geltende „Bildungs- und Teilhabepaket”. Nur die nach dem Willen der Bundesregierung Begünstigten kennen es, trotz aller Bemühungen der zuständigen Behörden, vielfach noch nicht.

Bei der job-com des Kreises hieß es Ende Juni, dass bis dahin nur 32 bis 33 Prozent des betreffenden Personenkreises von ihrem Antragsrecht Gebrauch gemacht haben. Der Kreis liegt damit zwar über dem Bundesdurchschnitt, aber für die Sachbearbeiter und deren Vorgesetzte ist das noch nicht genug.

„Da wir hier erstmals die Chance haben, präventiv etwas für die Kinder zu tun, nehmen unsere Mitarbeiter das Hinwirkungsgebot sehr ernst. Wir weisen unsere Leistungsberechtigten darauf hin und helfen ihnen bei der Antragstellung”, bestätigte job-com-Amtsleiter Karl-Josef Cranen, der sich darüber freute, dass sich auch die örtliche Tageszeitung sich des Themas annimmt.

Inhaltlich glänzt das Bildungs- und Teilhabepaket, das mehreren bestehenden Vorschriften der Sozialgesetzgebung aufgesattelt worden ist, durch seine Vielfalt. Aus ihr ist die Absicht des Gesetzgebers zu erkennen, gezielt die Lebensverhältnisse von Kindern aus sozialschwachen Familien zu verbessern. Kinder und Jugendliche sollen nicht mehr von Kultur, Sport und Freizeit, Mittagessen, Ausflügen, Klassenfahrten und Lernförderung ausgeschlossen werden, nur weil in den Familien das Geld hierfür nicht reicht. Sie sollen bei Ausflügen und Freizeiten mit dabei sein können, Sport- und Musikangebote nutzen und bei Bedarf Nachhilfe erhalten oder am gemeinsamen Mittagessen in der Schule, der Tageseinrichtung, dem Hort oder bei der Tagesmutter teilnehmen können.

Diese Förderung soll gezielt den Kindern zugutekommen, nicht etwa das Familieneinkommen steigern. Deshalb ist die Förderung individuell und zielorientiert.

Wer ist anspruchsberechtigt? Bezieher von Hartz IV und Sozialhilfeleistungen. Der Kreis Düren geht bei diesem Personenkreis von 6200 Kindern aus. Ein weiterer Kreis sind die Berechtigten von Kinderzuschlägen und Wohngeld. Hier wird von 3500 Leistungsberechtigten ausgegangen.

Grundsätzlich sind die Leistungen antragsgebunden. Die Kosten für Vereinsbeiträge und Ferienfreizeiten können für Minderjährige übernommen werden. Bis zum 25. Lebensjahr können die übrigen Leistungen beansprucht werden. Im Vordergrund steht ein verbesserter Zugang zu Bildung und Freizeitaktivitäten Gleichaltriger.

Schülerinnen und Schüler erhalten zum Schuljahresbeginn das so genannte Schulbedarfspaket für Schulranzen, Sportzeug und Materialien bis zum Heft. Die Eltern erhalten zunächst 70 Euro und weitere 30 Euro zum 1. Februar. Desweiteren werden für diesen Personenkreis die Kosten für ein- oder mehrtägige Klassenfahrten übernommen. Zudem sind Lernförderungshilfen vorgesehen für Kinder, bei denen die Gefahr besteht, dass sie das Klassenziel nicht erreichen.

In diesem Falle muss die Schule die Notwendigkeit dieser Förderung bescheinigen. Der wohl größte Posten wird der Zuschuss zum Mittagessen sein. Die Aktion des Landes „Kein Kind ohne Mahlzeit”, von dem die Kinder an bestimmten Schulen und Tageseinrichtungen bisher profitierten, ist ausgelaufen. An diese Stelle ist nun das Bildungs- und Teilhabepaket getreten. Für die betreffenden Kinder werden die Kosten übernommen, die über die häusliche Ersparnis von einem Euro hinausgehen. Die Kommune gibt hierfür entsprechende Gutscheine aus, die von den Schulen und Tageseinrichtungen abgerechnet werden.

Soziale und kulturelle Teilhabe

Die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben wird durch die Übernahme von Mitgliedsbeiträgen zu Vereinen oder der Kosten von Jugendfreizeiten bis zur Höhe von jährlich 120 Euro ermöglicht. Die Auszahlung erfolgt an die jeweiligen Vereine oder Veranstalter auf Antrag der Eltern. Der für die sieben Kommunen des Nordkreises zuständige Sachgebietsleiter Peter Pörner aus Aldenhoven bedauert, dass viele Anspruchsberechtigte entweder aus Unkenntnis oder Scham von diesen Möglichkeiten bisher keinen Gebrauch gemacht haben. Nach seinen Aussagen werden daher alle Möglichkeiten genutzt, die Werbetrommel für eine stärkere Inanspruchnahme zu rühren.

Der Vollständigkeit halber ergänzte Karl-Josef Cranen, dass die Bestimmungen auch eine Erweiterung der Schulsozialarbeit ermöglichen. Im Kreisgebiet sollen in sgesamt 17,5 Stellen für Sozialarbeiter geschaffen werden, die sich an weiterführenden Schulen insbesondere den Problemen beim Übergang von der Schule zum Beruf widmen sollen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert