Bedrückend: Aids-Truck von Missio macht Station in Overbach

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
aids südafrika
Ein aidskrankes Kind wird begraben: In Afrika gehört die Krankheit längst zum Alltag. Foto: imago

Barmen. „Die Geschichte ist ein bisschen traurig. Aber es waren vor allen Dingen auch die Bilder, die mich beeindruckt haben.” Stefan, 13 Jahre, ist Schüler am Gymnasium Haus Overbach. Gerade hat er den Aids-Truck verlassen, der für zwei Tage Station an seinem Gymnasium gemacht hat.

Von der neuen Form einer Ausstellung für junge Leute, multimedial-und erlebnisorientiert in einem Großraumtruck gestaltet, war der Jugendliche ebenso begeistert wie die Mitschülerinnen und Schüler seines Jahrgangs.

Was Stefan nach dem Besuch so aufgewühlt hat, ist die fiktive Geschichte eines 14-jährigen Mädchen aus Uganda. Sie erzählt von ihrem täglichen Leben, dem Besuch des Marktplatzes in ihrem Dorf, wo das Sterben etwas Alltägliches wird. Eltern, Freunde, Bekannte, alle fallen der Pandemie zum Opfer. Zurück bleiben Waisen, mittlerweile so viele, wie Österreich und die Schweiz an Einwohnern zählen.

Das Konzept der Ausstellung beruht aber auch auf Sehen, Fühlen und Handeln, und so betritt Stefan mit seinem Mitschüler Max auch eine Apotheke - eine, wie sie in Uganda anzutreffen ist.

Das einzige Mittel der Apotheke ist eine Aspirintablette, während die Apotheke im Truck gegenüber - nach deutschem Vorbild - alles hat. „Man will die Unterschiede aufzeigen, man will die Besucher dazu bringen zu überlegen, was sie selber tun können, um Aids entschieden entgegenzutreten und sich solidarisch mit den Menschen zu zeigen, die von Aids betroffen sind.”

Bruder Markus von Haus Overbach begleitet den Besuch, erzählt, dass die Klassen 8 bis 10 sich in einer Doppelstunde mit dem Thema HIV und Aids auseinandergesetzt haben.

Die harten Fakten, die Charles, 17 Jahre alt, aus Angola stammend und eine weitere Indifikationsfigur in einem zweiten Film erzählt, lassen die Besucher verstummen. Seine Lebensgeschichte mit Raub, Drogen und Gelegenheitsjobs geben einen weiteren Einblick in die Lebenswelt seiner afrikanischen Altersgenossen, die tagtäglich mit den Folgen von Aids konfrontiert werden.

„Mich hat besonders die Präsentation beeindruckt, mit dem MP3-Player am Ohr wurde alles recht veranschaulicht”, sagt Max, 14 Jahre alt. Damit bestätigt er genau das, was die Form der Ausstellung bezwecken will: Konzipiert als Lern-und Erlebniswelt, eingebunden in Multimedia-Elemente, wie sie besonders jungen Leuten geläufig sind.

Die Jugendlichen erfahren im Aids-Truck aber auch viel über Hilfsprojekte von katholischen Partnern - der Truck ist für das katholische Missionswerk in Aachen im Rahmen der Aktion Schutzengel Aids & Kinder unterwegs und wird gefördert mit Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit - über Präventionsarbeit und die Begleitung von Aids-Kranken und ihren Angehörigen.

Aber sie werden auch herausgefordert, sich mit der eigenen Sexualität und dem persönlichen Schutzs vor Aids auseinanderzusetzen. Gleichzeitig werden aber auch Möglichkeiten der Solidarität mit Aids-Kranken, Aids-Waisen und gefährdeten Kindern und Jugendlichen vorgestellt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert