Barrieren auf kreative Art überwunden

Von: ptj
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Ausgezeichnete Institutionen halten das Signet hoch: Der Arbeitskreis Integration ehrt zum zweiten Mal Einrichtungen verschiedenster Art, die „durch kreative und intelligente Lösungen Barrieren überwinden”. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Menschen mit Handicap, herzlich willkommen”, mit diesen Worten ist die ausdrucksstarke, blau/orange/weiße Plakette des Jülicher Arbeitskreises Integration (Aki) überschrieben, die Christoph Beckers und Alan Mihilcic aus dem Jülicher Stammhaus gemeinsam entwickelt haben.

Eine Treppe führt auf einer Seite zu einer geöffneten Tür, eine Rampe dient Menschen mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit auf der anderen Seite zur Auf- und Abfahrt. Ein Rollstuhlfahrer und ein offensichtlich nicht körperlich Behinderter sind oben auf der Rampe zu sehen, ein stilisiertes Ohr ist links, ein Auge rechts auf dem Signet abgebildet.

Es soll also nach der relativ neuen Leitidee der Inklusion für alle Menschen in der Gesellschaft Teilhabe an allem geboten werden. Um den unterschiedlichsten kulturellen und öffentlichen Einrichtungen, Geschäften, Lokalen und Praxen einen Anreiz zur behindertengerechten Gestaltung zu bieten, hatte ein „Unterausschuss” des Arbeitskreises Integration eine Fragebogenaktion gestartet.

Das Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung hatte insgesamt 350 Institutionen angeschrieben und etwa 80 unter ihnen für auszeichnungswert befunden. Nach der ersten Preisverleihung im Februar 2010 in der Schirmerschule fand nun eine zweite Ehrung in der Stadtbücherei statt, weitere werden folgen. Die Teilnahme an der Aktion „Menschen mit Handicap” ist fortlaufend möglich. Der Fragebogen zu acht Themenpunkten mit entsprechenden Unterpunkten kann über die Internetseite der Stadt Jülich heruntergeladen werden. Geehrt wurden die Stadtbücherei und die Arbeitsagentur Jülich, das Gesundheitsstudio Powerpoint, die Praxen Anja Matzerath und Marcel de Vries und Comtesse-Moden (letztere beiden in Abwesenheit). „Durch kreative und intelligente Lösungen haben sie Barrieren überwunden”, lobte Geschäftsführerin Katarina Esser die Preisträger und nannte als Ziel der Stadt Jülich, „möglichst barrierefrei zu sein”.

„Wir mischen uns ein, auch in die Politik”, betonte Vorsitzende Beate Wirth-Weigelt. Der seit zehn Jahren bestehende Aki werde auch in Zukunft ein Arbeitskreis der Tat bleiben. Wirth-Weigelts Traum ist es, dass sich die ganze Stadt „gemeinsam auf den Weg macht, sich dem Thema Inklusion zu stellen”. „Barrierefrei zu sein, ist ein Qualitätsmerkmal”, darüber war man sich einig. Erwähnenswert ist weiterhin, dass der Arbeitskreis Integration bei etwaigen Problemen um die behindertengerechte Gestaltung auch beratend tätig ist. Denn Jülich sei ein „Ort der Vielfalt”. Kleines Detail am Rande: Als unbürokratische schnelle Lösung überreichte Heilpädagogin Nina Czeczatka Büchereileiter Werner Wieczorek eine dringend benötigte Lupe als Leihgabe.
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