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Auszubildende, die Meister sind

Von: ptj
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Drittplatzierter Tim Becker (l.) und Deutscher Meister Philipp Winterscheid bei der Arbeit im FZJ-Ausbildungszentrum. Foto: Jagodzinska
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Ausbildungsleiter Wolfgang Stollenwerk demonstriert, wie zeitraubend sich das Auspacken von Kleinteilen gestalten kann. Foto: Jagodzinska

Jülich. Stolz und voller Motivation sind Philipp Winterscheid und Tim Becker (beide 18) von der Deutschen Meisterschaft in den „WorldSkills“-Disziplinen Anlagenelektrik und Elektroinstallation auf der Fachmesse „belektro“ in Berlin zurückgekehrt nach Jülich.

Die beiden Auszubildenden zum Elektrotechniker für Betriebstechnik im Forschungszentrum Jülich (FZJ) hatten getreu dem Motto des Bundeswettbewerbs „Zeig, was Du kannst“ erfolgreich ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt. Sie erreichten den ersten und dritten Platz, womit sie beide „überhaupt nicht gerechnet“ hatten. Winterscheid darf sich nun Deutscher Meister in der Anlagenelektrik nennen, zählt mit dem Zweitplatzierten in seiner Qualifikation, René Hässelbarth aus Freiberg, fortan zur Nationalmannschaft Elektrik und hat bereits sein Ticket zu den 5. „EuroSkills“ Göteborg Anfang Dezember gelöst.

Elektroinstallateur Becker will es noch mal wissen und nimmt 2017 an den bundesweiten Elektrotechnik-Wettbewerben in Oldenburg teil, im Prinzip der „gleiche Wettbewerb“, wo er mit dem ersten oder zweiten Platz liebäugelt. Die „WorldSkills“-Berufsweltmeisterschaft findet im Übrigen im Oktober 2017 in Abu Dhabi statt. „Das ist eine Erfahrung, die ihnen keiner nehmen kann“, betonte Winterscheids Ausbildungsleiter und Betreuer Wolfgang Stollenwerk sichtlich stolz. „In Prüfungen schneiden unsere Azubis immer ganz gut ab“, sagte er und deutete auf eine Wand voller Urkunden für herausragende Leistungen im FZJ-Ausbildungszentrum.

Wettbewerbsaufgabe

Die in englischer Sprache gestellte Aufgabe der Wettstreiter, die von ihrem Arbeitgeber FZJ für eine Woche freigestellt wurden, nahm gut 20 Stunden in Anspruch. Vor den Augen der Messe-Besucher galt es, nach zeitraubendem Auspacken „ihrer gut 200 mitgebrachten Artikel“ eine elektrische Anlage nach Vorgabezeichnung an einer Montagewand aufzubauen, in Betrieb zu nehmen und zu programmieren. Die Steuerung der elektrischen Anlage musste in einem Verteiler-Schaltschrank montiert, die Schaltungskomponenten mechanisch aufgebaut werden. Nun stand das Verdrahten der gesamten Anlage (mit Peripheriegeräten an der Montagewand) mit verschiedenen Verlegetechniken und Leitungsarten an.

Es folgte die Prüfung und Inbetriebnahme, das Testen der Hand-Funktion und die Vervollständigung des Programms – in der Anlagenelektronik handelte es sich um eine sogenannte „Speicher-programmierbare Steuerung“ (SPS) – sowie der Automatik-Funktionstest nach Technologieschema. Nicht besonders aufgeregt, fühlte sich Winterscheid am ersten Tag „total gut“, fand es aber an den folgenden drei Arbeitstagen zunehmend schwieriger, sich vor großem Publikum mit vielen Fotografen auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Zudem nahm die Nervosität zu, je mehr ihm seine Chancen auf eine gute Platzierung bewusst wurden.

Voller Antrieb hat er nun seine anschließende Woche Urlaub in einen Bildungsurlaub mit einem Englisch Crash-Kurs verwandelt. In den nächsten Wochen werden sich die Preisträger, die „immer schon richtig Spaß an Elektronik hatten“, an ihrem speziell für sie eingerichteten Trainingsplatz intensiv auf ihren nächsten Wettbewerb vorbereiten. Bisher hat es „auf jeden Fall Spaß gemacht“.

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